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Außenpolitik

Video: War Juncker am NATO-Gipfel betrunken?

Von nachrichten.at/apa   13. Juli 2018 13:32 Uhr

Diese Bilder lösten eine heftige Debatte aus

BRÜSSEL. Was war los mit Jean-Claude Juncker? Seitdem ein Video aufgetaucht ist, wie der EU-Kommissionspräsident am Donnerstag zum Gala-Dinner am NATO-Gipfel torkelt, wird im Netz gerätselt.

Fest steht, dass Juncker beim Gipfel in Brüssel zeitweise gesundheitliche Probleme hatte. Bilder vom gemeinsamen Abendessen der Staats- und Regierungschefs am Mittwoch zeigen den 63-Jährigen schwankend und auf mehrere Staatsgäste gestützt. Sein Büro erklärte am Donnerstag auf Anfrage: "Es wäre nicht angemessen, irgendwelche gesundheitlichen Probleme öffentlich zu diskutieren."

In Junckers Umfeld in Brüssel wurde am Freitag darauf verwiesen, dass der luxemburgische Spitzenpolitiker schon häufiger auf seine Rückenprobleme verwiesen habe, die ihm das Gehen erschwerten. "Das war vorgestern der Fall, als er von einer besonders schmerzhaften Ischias-Attacke geplagt wurde", hieß es. Am Donnerstag sei dies bei den Auftritten wieder sehr viel besser gewesen, was öffentlich sichtbar gewesen sei. "Deshalb muss man sich keine Sorgen machen, dass er nach wie vor hart arbeitet."

Bei seinem Auftritt am Mittwoch musste er auch in einem Rollstuhl geschoben werden. Der niederländische Ministerpräsident Mark Rutte, der zu Junckers Stützen gehörte, sagte dem belgischen Sender VRT: "Soweit ich weiß, hat er keine ernsthaften Gesundheitsprobleme, aber er leidet seit einer Weile unter einem Rückenproblem."

Akuter Krampf

Im Internet erregte ein Video von der Szene allerdings große Aufmerksamkeit. Juncker hat in der Vergangenheit öffentlich auf seine Ischiasbeschwerden hingewiesen und bereits erklärt, er werde im kommenden Jahr nicht für eine zweite Amtszeit antreten. Bisweilen wurde er auch schon bei früheren öffentlichen Anlässen beim Treppensteigen gestützt.

Ein Sprecher der EU-Kommission sagte am Freitag in Brüssel, Junckerhabe am Mittwochabend einen "akuten Krampf" gehabt. Die Frage, ob Juncker Alkohol mit Medikamenten gemischt habe, verneinte der Sprecher.

Auf die Frage, ob Juncker betrunken war, antwortete der EU-Kommissionssprecher, es sei "mehr als geschmacklos", die Schmerzen Junckers ausnützen zu wollen. Dies wäre weder elegant noch fair. Der EU-Kommissionspräsident habe ein volles Programm und halte weiterhin an diesem fest.

Minister: "Juncker ist ein verstockter Raucher und Trinker"

Zweifel an seiner gesundheitlichen Eignung hatte Juncker schon 2014 zurückgewiesen. Nach Äußerungen des niederländischen Finanzministers Jeroen Dijsselbloem, Juncker sei "ein verstockter Raucher und Trinker", erklärte er damals, kein Alkoholproblem zu haben.

"Es ist geschmacklos, wie einige Medien jetzt mit herabsetzenden Überschriften die Schmerzen des Präsidenten ausnutzten", hieß es aus Junckers Umfeld weiter. Es sei nicht angemessen, die Gesundheitsprobleme öffentlich zu diskutieren. 

Vilimsky fordert Rücktritt

Nach Ansicht des FPÖ-Generalsekretärs und EU-Abgeordneten Harald Vilimsky wäre es "mehr als hilfreich", wenn Juncker noch vor der EU-Wahl im Mai 2019 "den Hut nähme".

"Der mittlerweile zum Online-Hit gewordene Auftritt eines torkelnden und von mehreren Staatschefs gestützten Juncker im Rahmen eines jüngsten Gipfeltreffens in Brüssel macht die gesamte Europäische Union zur Lachnummer und dies in einer gesamt sehr schwierigen Situation für die EU", so der FPÖ-Generalsekretär.

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