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Außenpolitik

USA verstärken Truppen am Golf

Von Thomas Spang   03. November 2011 00:04 Uhr

USA Army
US-Soldaten.

Die USA planen nach dem Rückzug aus dem Irak, ihre Militärpräsenz in der Region andernorts zu verstärken. Die Amerikaner versuchen, den Iran auf diesem Weg in Schach zu halten.

Vergangene Woche überbrachte der Außenminister Bahrains besorgt eine Botschaft des Königshauses in die amerikanische Hauptstadt. Die USA dürften nach dem Abzug aus dem Irak kein militärisches Vakuum in der Region entstehen lassen. „Das könnte regionale Mächte einladen, mehr Einfluss auszuüben“, erklärte Sheik Kalid bin Ahmed al-Kahalifa die Befürchtung des Inselreichs im Persischen Golf. Natürlich hatte der Scheich den Iran im Sinn, der in Bahrain die Proteste der schiitischen Bevölkerungsmehrheit offen unterstützte.

Bahrain ist ein Musterbeispiel für die geostrategischen Schizophrenien, die Analysten in der Region ausgemacht haben. Bei aller Kritik an dem Vorgehen der Autokraten bleibt es ein nationales Sicherheitsinteresse der USA, die hegemonialen Gelüste des iranischen Gottesstaates einzudämmen.

„Zurück in die Zukunft“, beschreibt Generalmajor Karl R. Horst vom für die Region zuständigen Central Command die Stoßrichtung der auf drei Säulen stehenden Strategie. „Wir kehren in die Zeit zurück, als wir keine starke Präsenz an Bodentruppen vor Ort hatten.“ Gemeint sind die Jahre zwischen den beiden Golfkriegen, als die US-Army in Kuwait enorme Mengen an Kriegsgerät positioniert hatte.

Kuwait spielt auch diesmal eine Schlüsselrolle, nachdem die Verhandlungen mit der irakischen Regierung über den Verbleib einer Eingreiftruppe gescheitert waren. Unklar blieb, ob die USA lediglich ihre Reserven an Waffen, Munition und Logistik aufstocken oder zusätzliche Truppen nach Kuwait schicken. Verteidigungsminister Leon Panetta bezifferte die Zahl der US-Soldaten in der Region ohne die in Irak stationierten Einheiten auf rund 40.000.

Die dritte Säule der neuen Eindämmungsstrategie besteht in der Entsendung zusätzlicher US-Kriegsschiffe. Diese werden in internationalen Gewässern kreuzen und haben das Potential, jederzeit auf eine iranische Bedrohung reagieren zu können. Zusammen mit den Bemühungen der Golfstaaten soll so eine neue Sicherheitsarchitektur entstehen, die sich im Wesentlichen auf Luft- und See-Kapazitäten stützt.

Experten machen darauf aufmerksam, dass die Amerikaner bei Bedarf ihre Bodentruppen sehr schnell wieder aufstocken können.

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