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Außenpolitik

Trump erwartet "sehr guten" Ausgang von Gipfel mit Kim

Von nachrichten.at/apa   11. Juni 2018 14:39 Uhr

Trump Kim
A man walks past a television news screen showing US President Donald Trump (L) and North Korean leader Kim Jong Un (R), at a train station in Seoul on June 11, 2018. Kim Jong Un and Donald Trump will meet on June 12 for an unprecedented summit in an attempt to address the last festering legacy of the Cold War, with the US President calling it a "one time shot" at peace. / AFP PHOTO / Jung Yeon-je

SINGAPUR. Vor dem historischen Gipfeltreffen mit dem nordkoreanischen Machthaber Kim Jong-un hat sich US-Präsident Donald Trump optimistisch gezeigt.

"Ich denke, es wird sehr gut laufen", sagte Trump am Montag bei einem Treffen mit Singapurs Regierungschef Lee Hsien Loong. US-Außenminister Mike Pompeo stellte der Führung in Pjöngjang "beispiellose" Sicherheitsgarantien in Aussicht, wenn sie einer vollständigen atomaren Abrüstung zustimmt. In den Staatsmedien Nordkoreas war bereits von einer neuen "Ära" die Rede.

Kim und Trump befinden sich bereits am Gipfelort Singapur, wo die beiden am Dienstag aufeinandertreffen wollen. Das Treffen ist beispiellos: Nie zuvor hat es ein Gipfeltreffen zwischen einem amtierenden US-Präsidenten und einem nordkoreanischen Machthaber gegeben. Jahrzehntelang galt eine derartige Begegnung als undenkbar, doch Trump hatte sich im März überraschend zu einem Gipfel bereit erklärt.

So läuft das Treffen ab

Nach Angaben von US-Vertretern werden sich die beiden Staatschefs zunächst zu einem Vier-Augen-Gespräch zurückziehen, bevor ihre Berater hinzukommen. Einem ranghohen Mitarbeiter des Weißen Hauses zufolge gibt es kein Zeitlimit: "Es können zwei Tage sein. Sie werden so lange miteinander reden wie nötig." Trump hatte zuvor erklärt, er werde innerhalb "der ersten Minute" wissen, ob Kim zu einer Einigung bereit sei.

Völlig unklar ist, welche Ergebnisse das Treffen bringen kann. Die entscheidende Frage ist das nordkoreanische Atomprogramm. Wichtigstes Ziel der USA ist die "vollständige, überprüfbare und unumkehrbare Denuklearisierung" Nordkoreas. Kim hat sich vor dem Gipfel zu einer Denuklearisierung der koreanischen Halbinsel bekannt. Unklar blieb jedoch, was genau er damit meinte. Zudem forderte er Sicherheitsgarantien von den USA.

Pompeo sagte in Singapur, die USA seien zu "beispiellosen" Garantien bereit, wenn Nordkorea einer vollständigen Denuklearisierung zustimme. Washington verlange aber, dass mögliche Zusagen Pjöngjangs auch "ernst gemeint" seien. "Die USA sind schon einmal getäuscht worden", sagte der Außenminister. Er sei aber "sehr optimistisch", dass das Treffen ein "erfolgreiches Ergebnis" bringen werde.

Der südkoreanische Präsident Moon Jae-in stimmte sich unterdessen in einem 40-minütigen Telefongespräch mit Trump ab. Anschließend sagte er vor Beratern, es könne "ein Jahr, zwei Jahre oder sogar länger" dauern, alle Streitfragen zu klären.

In den nordkoreanischen Staatsmedien war am Montag von einem "historischen" Gipfeltreffen die Rede, das weltweit mit "großer Spannung und Erwartung" verfolgt werde. Kim werde sich mit Trump darüber austauschen, wie die Denuklearisierung und ein "dauerhafter und beständiger Mechanismus zur Friedenssicherung auf der koreanischen Halbinsel" erreicht werden könne, schrieb die amtliche Nachrichtenagentur KCNA.

 

Iran skeptisch

Der Iran äußerte sich dagegen skeptisch zu den Erfolgsaussichten des Gipfels. Teheran sehe das Vorgehen der USA "mit äußerstem Pessimismus", sagte Außenamtssprecher Bahram Ghassemi. Er warnte Nordkorea zudem davor, Trump zu vertrauen: Pjöngjang müsse "absolute Vorsicht" walten lassen, sagte Ghassemi. Der Rückzug Trumps aus dem Atomabkommen mit dem Iran und anderen Vereinbarungen zeige, dass er kein verlässlicher Partner sei.

Die Internationale Kampagne zur Abschaffung von Atomwaffen (ICAN) legte am Montag einen Fahrplan für eine Denuklearisierung der koreanischen Halbinsel vor. Der "einzige Weg" zu einer dauerhaften Denuklearisierung ist demnach der Beitritt zu Verträgen wie dem UN-Vertrag über ein Verbot von Atomwaffen, ergänzt durch den Atomwaffensperrvertrag und den Atomteststoppvertrag.

"Spannung liegt in der Luft"

"Es ist großartig, in Singapur zu sein. Spannung liegt in der Luft", twitterte US-Präsident Donald Trump am Montagvormittag (Ortszeit).  Der US-Präsident ließ keinen Zweifel daran, dass er den zwischenzeitlich bereits abgesagten Gipfel nun unbedingt zum Erfolg machen will. "Wir haben die Möglichkeit, ein wahrlich wundervolles Resultat zu erzielen für Nordkorea und die Welt", schrieb er noch vor der Landung auf Twitter. "Ich habe das Gefühl, dass diese einmalige Chance nicht vergeudet wird." Das jetzt schon als historisch bezeichnete Treffen zwischen dem US-Präsidenten und Nordkoreas Machthaber beginnt am Dienstag um 9 Uhr Ortszeit (3 Uhr MESZ) in einem Hotel auf der Insel Sentosa.

In US-Medien wird gemutmaßt, Trump und Kim könnten versuchen, ihre unterschiedlichen Auffassungen des Begriffs "Denuklearisierung" anzugleichen. Bisher sind sich beide Seiten uneins, was mit atomarer Abrüstung gemeint ist. Auch die Vorbereitungen für einen Friedensvertrag oder die Aufnahme diplomatischer Beziehungen dürften bei dem Gipfel eine Rolle spielen. Kim hofft im Gegenzug auf internationale Anerkennung und wirtschaftliche Unterstützung.

Für Trump steht am Montag als einziger offizieller Termin ein Treffen mit Singapurs Regierungschef Lee Hsien Loong auf dem Programm. Kim hatte den Gastgeber des Gipfels bereits am Sonntag gesehen. 

Auch Kim machte deutlich, dass er sich der Bedeutung des Treffens bewusst ist. Vor einem Gespräch mit Singapurs Regierungschef Lee Hsien Loong - dem offiziellen Gastgeber - sagte er: "Die ganze Welt schaut auf diesen historischen Gipfel zwischen Kim Jong-un und den Vereinigten Staaten von Amerika." Die Erfolgsaussichten werden von Experten sehr unterschiedlich beurteilt.

Video: Der amerikanische Präsident Donald Trump ist um die halbe Welt geflogen: nach Singapur, um den nordkoreanischen Diktator Kim Jong-Un zu treffen.

Für die Begegnung mit Kim - das erste Treffen zwischen einem amtierenden US-Präsidenten und einem nordkoreanischen Machthaber überhaupt - hatte Trump den G7-Gipfel der großen Industrienationen in Kanada vorzeitig verlassen. Auf dem Weg nach Singapur sorgte er für einen Eklat, indem er die Erklärung mit den sechs anderen Staats- und Regierungschefs per Twitter-Botschaft aufkündigte. Nach dem 14.000-Kilometer-Flug hatte der 71-Jährige am Sonntag keine Termine mehr. Trump und Kim haben sich luxuriöse Hotels in Singapurs Innenstadt ausgesucht. Die beiden Delegationen wohnen in Hotels, die nur wenige Hundert Meter voneinander getrennt sind. 

Live ab zwei Uhr früh: nachrichten.at berichtet in der Nacht auf Dienstag im Live-Blog vom Treffen zwischen Kim und Trump.

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