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Außenpolitik

Tränengas gegen Proteste im Iran

10. Juli 2009 00:04 Uhr

Polizei-Aktion gegen neue Proteste im Iran
Iranische Demonstranten auf der Flucht vor der Polizei.

TEHERAN. Mit dem Einsatz von Tränengas und Schüssen in die Luft hat die iranische Polizei gestern in Teheran eine Versammlung von hunderten Demonstranten aufgelöst.

Gestern jährte sich der Studentenaufstand gegen das Mullah-Regime in Teheran von 1999 zum zehnten Mal. Die Kundgebung sollte an die Niederschlagung der Unruhen damals erinnern. Gleichzeitig wollten die Demonstranten erneut auf die nach ihrer Ansicht gefälschten Ergebnisse der Präsidentschaftswahl vom 12. Juni aufmerksam machen.

Damit protestierten erstmals seit über einer Woche wieder Anhänger der Opposition gegen das Ergebnis der umstrittenen Präsidentenwahl. Mehrere hundert Demonstranten zogen durch die Innenstadt von Teheran und skandierten „Tod dem Diktator“.

Sicherheitskräfte bemühten sich laut Augenzeugen unter Einsatz von Tränengas zunächst vergeblich, die Kundgebungen aufzulösen. Es kam auch zu Festnahmen, wie Augenzeugen berichten.

Die Farbe Moussavis

Zunächst versammelten sich etwa 300 Oppositionsanhänger in der Nähe der Universität, innerhalb kürzester Zeit wuchs ihre Zahl auf etwa 700 an. Viele Demonstranten trugen Atemschutzmasken in Grün, der Kennfarbe Moussavis.

Dessen Anhänger bemühen sich bereits seit Tagen um eine Wiederbelebung der Protestbewegung gegen den am 12. Juni offiziell wiedergewählten Präsidenten Mahmoud Ahmadinejad. Vor knapp zwei Wochen hatten die iranischen Sicherheitskräfte Massendemonstrationen von mehreren hunderttausend Menschen gewaltsam beendet. Mindestens 20 Demonstranten wurden getötet und mindestens 1000 festgenommen.

Die iranische Nachrichtenagentur IRNA zitierte unterdessen den Teheraner Gouverneur Mortesa Tamaddon mit den Worten, wer dem Aufruf zu neuen Protesten folge, werde „unter den Füßen unserer wachsamen Leute zerschmettert“.

Die iranischen Behörden erlaubten gestern der in Haft sitzenden französischen Lektorin Clotilde Reiss erstmals Besuch. Der französische Botschafter brachte der vor einer Woche als „Spionin“ festgenommenen 23-Jährigen Kleidung, Bücher und Mitteilungen ihrer Familie. Paris nennt die Vorwürfe gegen Reiss „Fantasie“.

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