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Außenpolitik

Rom will Südtiroler Großraubwild-Gesetz anfechten

Von nachrichten.at/apa   08. Juli 2018 16:20 Uhr

Jägerstand
(Symbolbild)

ROM / BOZEN. Der italienische Regierung will ein von der Südtiroler Landesregierung verabschiedetes Regionalgesetz stoppen, mit dem der Abschuss von Problemwölfen und -bären ermöglicht wird.

Umweltminister Sergio Costa kündigte an, dass die Regierung das Südtiroler Gesetz vor dem Verfassungsgericht anfechten will.

Mit dem am Freitag verabschiedeten Gesetz will Südtirol den Spielraum, den die Autonomie bietet, nutzen, um den zunehmenden Konflikten mit den Bergbauern wegen Problemwölfen und -bären vorzubeugen. Das Gebirge werde für Tourismus und Freizeitaktivitäten immer stärker genutzt. Hier gebe es daher keinen Lebensraum für Großraubwild.

Der Wolf sei keine vom Aussterben bedrohte Tierart mehr, und es brauche eine Regelung, um die weitere Ausbreitung zu stoppen. Beim Bären sei die Entwicklung ähnlich, auch wenn dieser im Unterschied zum Wolf angesiedelt wurde, betonte die Südtiroler Landesregierung. Am Donnerstag hatte die Trentiner Landesregierung ein ähnliches Gesetz verabschiedet.

Im Interview mit der Mailänder Tageszeitung "Corriere della Sera" (Sonntagsausgabe) erklärte Umweltminister Costa, er wolle die Landeshauptleute von Trentino und Südtirol, Ugo Rossi und Arno Kompatscher, zur Rücknahme ihrer umstrittenen Gesetze auffordern. Die beiden Gesetze würden ein Verfassungsprinzip verletzen. Der Wolf sei eine geschützte Tierart und gehöre zum Vermögen des Staates. Er wolle zudem die Strafen für Wilderei verschärfen, kündigte Costa an.

In Trentino-Südtirol leben schätzungsweise 50 Bären. Die Braunbären vermehren sich und haben in den vergangenen Monaten einige Tiere gerissen. In ganz Italien wurden 1.580 Wölfe gezählt.

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