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Außenpolitik

Nordkoreas Diktator ließ ganze Familie hinrichten

27. Januar 2014 00:05 Uhr

Nordkoreas Diktator ließ ganze Familie hinrichten
Im Blutrausch: Jung-Diktator Kim Jong-un regiert das hermetisch abgeriegelte Nordkorea mit eiserner Faust.

PJÖNGJANG/SEOUL. Kim Jong-un ordnete nach der Tötung seines Onkels im Dezember auch die Auslöschung dessen gesamter Verwandtschaft an.

Nordkoreas Jung-Diktator Kim Jong-un, der im Dezember 2011 die Nachfolge seines verstorbenen Vaters Kim Jong-il angetreten hat, ist für seine unberechenbare und grausame Herrschaft bekannt: Erst im Dezember ließ er seinen angeheirateten Onkel Jang Song-thaek, der über viele Jahre zweitmächtigster Mann im hermetisch abgeriegelten Staat war, hinrichten – wegen des Vorwurfs des Hochverrats und Putschversuchs.

Nun wurde bekannt, dass offenbar auch die gesamte Verwandtschaft des Kim-Onkels exekutiert wurde: Die nationale südkoreanische Nachrichtenagentur "Yonhap" berichtete gestern unter Berufung auf anonyme Informationsquellen, dass auf Anordnung Kim Jong-uns die engsten Verwandten des Onkels ebenfalls hingerichtet wurden.

"Die Exekutionen bedeuten, dass von Jang Song-thaek keine Spuren übrigbleiben sollen", wurde ein Informant zitiert. Zudem würden die "Säuberungen" im stalinistischen Nordkorea weiterhin andauern.

Opfer der Hinrichtungen seien selbst mehrere Kinder sowie zwei Botschafter Nordkoreas gewesen, hieß es. Der betroffene Botschafter in Kuba sei der Ehemann einer Schwester von Jang und der diplomatische Vertreter in Malaysia ein Neffe gewesen. Die Söhne, Töchter sowie Enkel von Jangs beiden Brüdern seien ebenfalls getötet worden.

Dem Bericht zufolge waren alle Verwandten Jang Song-thaeks Anfang Dezember aus dem Ausland nach Pjöngjang zurückbeordert worden. Es sei wahrscheinlich, dass die Hinrichtungen unmittelbar nach dem Tod Jangs (67) vollstreckt worden seien. Einige seien auch öffentlich erschossen worden. Für die Berichte gab es aus Nordkorea keine Bestätigung.

Große Besorgnis in Südkorea

Die Berichte kommen zu einem Zeitpunkt, da Südkorea starke Zweifel daran hegt, ob Nordkorea seine Vorschläge für eine Entspannung auf der koreanischen Halbinsel auch ernst meint. Südkorea befürchtet nach den jüngsten Säuberungen eine größere Instabilität im Nachbarland.

Die Lage in der Region ist seit dem dritten nordkoreanischen Atomtest vor gut einem Jahr ohnehin äußerst angespannt.

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