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Außenpolitik

Machtkampf im Iran: Muss Ahmadinejad in Haft?

03. Mai 2013 06:02 Uhr

Machtkampf im Iran: Muss Ahmadinejad in Haft?
Mahmoud Ahmadinejad ist nur noch bis 14. Juni Präsident.

TEHERAN. Irans Präsident Mahmud Ahmadinejad soll am Montag sieben Stunden lang verhaftet gewesen sein. Seine Wagenkolonne sei auf dem Weg zum Amtssitz von Revolutionsführer Ali Khamenei gestoppt und der Präsident in ein Büro des Geheimdienstes im Außenministerium verschleppt worden, berichtete der selbsternannte iranische Terrorismusexperte und Buchautor Reza Khalili „exklusiv“ auf seiner Webseite.

Während Ahmadinejad verhört wurde, heißt es weiter, hätten Gardisten bei Beratern des Präsidenten nach Geheimdokumenten gesucht, welche die Hardliner im Regime belasteten. Khalilis „Exklusiv-Bericht“ ist nach Einschätzung von seriösen Iran-Experten vermutlich erfunden. Dennoch hält es nicht nur der aus dem Iran stammende Historiker Meir Javedabfar für wahrscheinlich, dass Ahmadinejad nach dem Ende seiner Amtszeit am 14. Juni ins Gefängnis wandert oder, wie Ex-Präsident Khatami, für unbestimmte Zeit unter Hausarrest gestellt wird. Nur der Zeitpunkt sei noch unklar, hieß es in der Regierungszeitung „Jumhuri Islami“.

Der iranische Präsident kämpft gegenwärtig mit fast allen Mitteln um sein politisches Überleben. Vor einigen Tagen drohte er auf der Webseite „BAZTAB“ mit der Veröffentlichung von geheimen Tonbandaufnahmen nach den angeblich getürkten Wahlen von 2009. Anfang Februar ließ er im Parlament ein Video vorspielen, auf dem Verhandlungen über Bestechungsgelder in Höhe von 30 Millionen Dollar gezeigt wurden. An dem Deal soll der Ayatollah Khamenei nahestehende Parlamentspräsident Ali Larijani beteiligt gewesen sein, der Ahmadinejad Mafiamethoden vorwarf.

Als Geheimnisträger verfügt der scheidende iranische Präsident über ausreichendes Belastungsmaterial, um Rivalen anzuschwärzen. Es ist daher kein Wunder, dass Ahmadinejad auf der Abschussliste der Hardliner um Khamenei und Larijani ganz oben steht. Darüber ist sich auch der iranische Populist im Klaren. Um seiner Verhaftung zu entgehen, muss er seinen Vertrauten Rahim Mashae als Präsidentschaftskandidaten durchsetzen. Nur mit seinem Schutz könnte er der Rache der Hardliner vielleicht entgehen. Mashae aber dürfte vom Wächterrat als Kandidat abgelehnt werden. (wrase)

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