Lade Inhalte...

Außenpolitik

Einreiseverbot: Identitären-Chef Sellner in London festgehalten

Von nachrichten.at/apa   11. März 2018 09:00 Uhr

Wien-Obmann der Identitären Bewegung Österreich, Martin Sellner

WIEN/LONDON. Der Sprecher der rechtsextremen "Identitären Bewegung" in Österreich, Martin Sellner, ist offenbar am Freitag am Londoner Flughafen Luton angehalten und an der Einreise gehindert worden.

Sellner, der am Sonntag im Londoner Hyde Park eine Rede halten wollte, werde derzeit "festgehalten", hieß es am Samstagabend auf der Facebook-Seite der "Identitären Bewegung Österreich".

Laut einem Medienbericht wollte Sellner zum Thema "Meinungsfreiheit in der modernen Welt" am Speaker's Corner in der britischen Hauptstadt sprechen. Nach Ansicht der britischen Behörden bestehe der Verdacht, dass Sellner dort zum "Rassenhass aufstacheln" wolle, wie die Plattform "Die Tagesstimme", die der Identitären Bewegung nahesteht, berichtete. "Man habe vernommen, dass er im Hyde Park über ein Ende von Masseneinwanderung und Islamisierung sprechen wolle", hieß es weiter. Die "Identitäre Bewegung" gab auf ihrer Facebook-Seite als Thema der Rede "Meinungsfreiheit" an.

Nach Angaben des "Evening Standard" vom Freitag wollte Sellner am Samstag ursprünglich bei einer "Meinungsfreiheits-Konferenz" der UKIP-Jugend sprechen. Diese Konferenz war aber aus Sicherheitsgründen abgesagt worden, weshalb Sellner im Speaker's Corner auftreten wollte. Die Zeitung fragte im Vorfeld der Reise einen Innenministeriums-Sprecher, ob Sellner die Einreise verweigert werden könne. Der Sprecher sagte, dass man Einzelfälle nicht kommentiere, fügte aber hinzu, dass das Innenministerium einem "Bürger des Europäischen Wirtschaftsgebietes" die Einreise verweigern könne, wenn ernsthafte Sicherheitsbedenken vorlägen.

"Das hilft dem Wachstum der schweigenden Mehrheit"

Derzeit soll sich Sellner laut "Tagesstimme" in einem "Anhaltezentrum" befinden und mit seinem für den morgigen Sonntag geplanten Rückflug nach Österreich zurückkehren. Der Co-Leiter des Österreich-Ablegers der "Identitären" reagierte empört auf seine Festsetzung: "Dass das Vereinigte Königreich den Einwanderern seine Grenzen öffnet, aber gleichzeitig kritische Meinungen aussperren will, hilft nur dem Wachstum der schweigenden Mehrheit, die mit dieser Politik der Regierung nicht übereinstimmt", sagte er laut "Tagesstimme".

Sellners Rede soll morgen von anderen Aktivisten verlesen werden, der 29-Jährige selbst will aber schon im April wieder nach London reisen, um an einer Europa-Konferenz der "Identitären" teilzunehmen.

Vom Dokumentationsarchiv des Österreichischen Widerstandes (DÖW) werden die "Identitären" als rechtsextrem eingestuft. Im vergangenen Jahr sorgte die Gruppierung mit einer flüchtlingsfeindlichen Aktion im Mittelmeer, die über mehrere Monate lief und während derer einige der Aktivisten kurzzeitig festgenommen wurden, für Wirbel und heftige Kritik. Sellner zählte zu den Mitorganisatoren und befand sich auch an Bord des angemieteten Bootes "C-Star".

Sellner soll am Sonntag nach Österreich zurückkehren

Der offizielle Grund für die Anhaltung des Sprechers der "Identitären Bewegung" Österreichs, Martin Sellner, wird laut Außenministerium in Wien schriftlich durch die britischen Behörden mitgeteilt. Thomas Schnöll, Sprecher des Außenamtes, bestätigte den Vorfall auf APA-Anfrage und teilte mit, dass die österreichische Botschaft diesbezüglich in Kontakt mit der britischen Grenzpolizei stehe. Im Laufe des morgigen Sonntag soll Sellner nach Österreich zurückkehren.

 

Lädt
turned_in

info Mit dem Klick auf das Icon fügen Sie das Schlagwort zu Ihren Themen hinzu.

turned_in

info Mit dem Klick auf das Icon öffnen Sie Ihre "meine Themen" Seite. Sie haben von 15 Schlagworten gespeichert und müssten Schlagworte entfernen.

turned_in

info Mit dem Klick auf das Icon entfernen Sie das Schlagwort aus Ihren Themen.

turned_in

Fügen Sie das Thema zu Ihren Themen hinzu.

mehr aus Außenpolitik

0  Kommentare expand_more 0  Kommentare expand_less