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Außenpolitik

Dutzende Tote bei Konfrontationen an Gaza-Grenze

Von nachrichten.at/apa   14. Mai 2018

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Bild 1/14 Bildergalerie: Zusammenstöße am Gazastreifen

GAZA/JERUSALEM. Schon Stunden vor der Eröffnung der US-Botschaft in Jerusalem ist es am Montag zu heftigen Protesten der Palästinenser gekommen.

Es ist der Tag mit den meisten Todesopfern seit dem Gaza-Krieg 2014. Mindestens 50 Palästinenser wurden nach Angaben des Gesundheitsministeriums im Gazastreifen bei Konfrontationen mit israelischen Soldaten an der Grenze zu Israel erschossen. Rund 1700 Menschen seien verletzt worden, darunter Hunderte durch Schüsse.

Tausende Palästinenser protestierten im Gazastreifen an mehreren Orten an der Grenze zu Israel. Einige Gruppen näherten sich Steine werfend dem Grenzzaun. Es kam zu schweren Zusammenstößen mit den israelischen Soldaten.

Der palästinensische Gesundheitsminister Jawad Awad in Ramallah warf Israel ein "Massaker an unbewaffneten Demonstranten" vor. Russland zeigte sich besorgt angesichts der Verlegung der US-Botschaft. Die Türkei sprach von einem Massaker. Die deutsche Regierung mahnte zur Mäßigung. Al-Kaida rief zum Heiligen Krieg auf.

Bis zu eine Million Menschen waren im Gazastreifen an der Grenze zu Israel zu Protesten erwartet worden. Nach Angaben der Armee beteiligten sich zunächst mehr als 35.000 Menschen an zwölf verschiedenen Orten an den Protesten am Grenzzaun. Palästinenser hätten Brandbomben und explosive Gegenstände auf Soldaten geworfen, hieß es in einer Stellungnahme. Sie würden Reifen verbrennen und versuchen mit brennenden Gegenständen Feuer in Israel zu entzünden.

Botschaft eröffnet

Eröffnungszeremonie

Die USA haben um 15 Uhr ihre Botschaft in Jerusalem im Beisein von rund 800 Gästen eröffnet. "Vor 70 Jahren hat David Ben Gurion die Unabhängigkeit (des Staates Israel) erklärt", sagte US-Botschafter David Friedman. "70 Jahre später gehen die Vereinigten Staaten endlich den nächsten Schritt." Dieser historische Moment sei "dem Mut einer Person" zu verdanken: US-Präsident Donald Trump.

Trump hatte Anfang Dezember mit seiner Ankündigung, Jerusalem als Hauptstadt Israels anzuerkennen und die US-Botschaft von Tel Aviv nach Jerusalem zu verlegen, wütende Proteste der Palästinenser ausgelöst.

Österreich bei Empfang vor US-Botschaftseröffnung 

Österreich hat am Sonntag am Empfang des israelischen Außenministeriums in Jerusalem zum Anlass der US-Botschaftseröffnung teilgenommen. Dies bestätigte Botschafter Martin Weiss am Montag gegenüber der APA. Weitere durch ihre Botschafter vertretene EU-Staaten waren Tschechien, Rumänien und Ungarn. Zahlreiche EU-Staaten wie Deutschland oder Frankreich dagegen verzichteten auf eine Teilnahme.

Zu dem Empfang hatte Premier und Außenminister Benjamin Netanyahu gebeten. Nach israelischen Angaben wurden alle 86 Länder mit diplomatischen Vertretungen zu der Feier eingeladen, von denen Weiss zufolge nur 34 teilnahmen. Bei der Eröffnung der US-Botschaft am Montag dagegen sei das diplomatische Corps in Israel nicht eingeladen gewesen, erklärte der Diplomat.

Video: ORF-Korrespondent Ben Segenreich berichtet aus Jerusalem, warum die Frage, wo die US-Botschaft angesiedelt ist, so wichtig ist und wie schlimm die Konflikte in der Region diesmal werden könnten.

Der endgültige Status Jerusalems ist einer der größten Streitpunkte im Nahost-Konflikt. Die Palästinenser beanspruchen den 1967 von Israel besetzten und 1980 annektierten Ostteil Jerusalems als künftige Hauptstadt des von ihnen angestrebten eigenen Staates.

US-Botschaft Israel

Die Einweihung der US-Botschaft in Jerusalem findet am gleichen Tag statt, an dem Israel sein 70-jähriges Bestehen feiert. Am Dienstag jährt sich zudem zum 70. Mal die Nakba (deutsch: Katastrophe oder Unglück). An diesem Tag erinnern die Palästinenser an die Vertreibung und Flucht von rund 760.000 Landsleuten, die 1948 auf die Gründung des Staats Israel folgten.

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