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Weltspiegel

"Wurden wie ein Teller mit Obst herumgereicht"

04. Dezember 2019 00:04 Uhr

Virginia Giuffre
Virginia Giuffre

LONDON. Virginia Roberts Giuffre schilderte im BBC-Interview, sie sei dreimal zum Sex mit Prinz Andrew gezwungen worden.

Der Druck auf Prinz Andrew nimmt weiter zu. Erst vor wenigen Tagen war der britische Royal nach einem verunglückten TV-Interview, mit dem er seinen Ruf wiederherstellen wollte, von allen öffentlichen Aufgaben für das Königshaus zurückgetreten. Am Montagabend erhob nun das mutmaßliche Missbrauchs-Opfer Virginia Roberts Giuffre (35) heftige Vorwürfe gegen den 59-Jährigen.

"Das ist nicht irgendeine Sexgeschichte. Das ist eine Geschichte über Menschenhandel, das ist eine Geschichte über Missbrauch. Und es ist eine Geschichte über ein Mitglied eures Königshauses", sagte Giuffre im BBC-Interview. Schon zuvor hatte sie behauptet, von US-Millionär Jeffrey Epstein zwischen 2001 und 2002 als 17-Jährige dreimal zum Sex mit Prinz Andrew gezwungen worden zu sein. In der Sendung ging die Amerikanerin ins Detail und erinnerte sich an einen Aufenthalt in Epsteins Villa auf den Virgin Islands.

Sie sei mit anderen Mädchen in ein Gartenhäuschen geschickt worden, in dem Epstein und Andrew gesessen hätten. "Wir wurden wie ein Teller mit Obst herumgereicht", sagt Giuffre. "Jeffrey hat uns mit Handbewegungen zu verstehen gegeben, uns auszuziehen."

Prinz Andrew
Prinz Andrew wird von Virginia Giuffre des Missbrauchs beschuldigt.

"Es war abscheulich"

Danach habe sie Sex mit Andrew gehabt, schilderte Giuffre weiter. Eine weitere Begegnung habe es im Londoner Stadthaus der Epstein-Vertrauten Ghislaine Maxwell gegeben. "Prinz Andrew kam herein, er redete schlecht über seine Ex-Frau Fergie." Im Londoner Nightclub "Tramp" habe Andrew sie zum Tanzen aufgefordert. "Er war ein fürchterlicher Tänzer. Dieser Typ hat mich von oben bis unten vollgeschwitzt. Als ob sein Schweiß auf mich regnen würde."

Später am Abend habe sie Prinz Andrew in das Stadthaus von Ghislaine begleitet. "Es begann in einem Badezimmer, dann ging es ins Schlafzimmer", erinnert sich Giuffre. "Es dauerte nicht lange, war abscheulich. Ich saß danach im Bett und fühlte mich dreckig. Ich tat für Andrew, was ich für Epstein tun musste. Das hatte ich von ihm nicht erwartet." Während des Interviews muss die 35-Jährige mehrmals weinen, bittet um Pausen. Sie ist sichtlich ergriffen ob der Erinnerungen.

Prinz Andrew selbst hatte in einem BBC-Interview Mitte November abgestritten, Giuffre überhaupt zu kennen: "Ich kann absolut kategorisch sagen, dass es nie passiert ist." Er habe den Abend mit seinen Töchtern verbracht, weil die Herzogin nicht zu Hause gewesen sei. Gefragt nach dem Foto, auf dem er neben Roberts zu sehen ist und sie umarmt, sagte er: "Von den Untersuchungen, die wir gemacht haben, kann man nicht sagen, dass dieses Foto echt ist."

Mittlerweile gibt es noch fünf andere Frauen, die den Prinzen beschuldigen, bei Massagen und Sexorgien zugesehen zu haben. Wenn der Prinz das nächste Mal in die USA reist, muss er deren Anwälten Rede und Antwort stehen. "Prinz Andrew muss uns reinen Wein einschenken. Niemand ist über dem Gesetz, kein Prinz und kein anderer", sagte der Anwalt der Frauen.

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