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"Vereint in der Trauer" - Fahnen in ganz Italien auf halbmast

Von nachrichten.at/apa   31. März 2020 20:34 Uhr

Fahnen in ganz Italien auf halbmast

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Bild 1/22 Bildergalerie: Fahnen in ganz Italien auf halbmast

ROM. In ganz Italien sind am Dienstag die Fahnen auf halbmast gehisst worden.

Im Rahmen der Initiative "Vereint in der Trauer und in der gegenseitigen Unterstützung", die von der Arbeitnehmervereinigung ANCI gestartet wurde, wurden die Fahnen auf den Rathäusern aller italienischen Städte und Gemeinden, sowie des Quirinals, dem Sitz des italienische Staatschefs, auf halbmast gesetzt.

Auch der Vatikan, sowie slowenische Kommunen an der friaulischen Grenze setzten die italienische Fahne aus Zeichen der Nähe zur Bevölkerung auf Halbmast. Im italienischen Parlament wurde eine Schweigeminute zu Ehren der Todesopfer eingehalten.

Ausgangssperre für Kinder gelockert

Unter wachsendem Druck der Öffentlichkeit hat die italienische Regierung eine Auflockerung der Ausgangssperre für Kinder beschlossen. Nach Appellen von Eltern, Lehrern und Kinderärzten beschloss das Innenministerium, dass Spaziergänge von Kindern in Begleitung eines Elternteils möglich sind, sofern sie nahe der eigenen Wohnung stattfinden. Sportliche Aktivitäten sind nicht erlaubt.
Rom. Seit dem 5. März gehen die Kinder in Italien nicht mehr in die Schule. Eine Wiederaufnahme des Unterrichts ist vorerst nicht in Sicht. Die Regierung will die bis zum kommenden Freitag (3. April) angeordnete Schließung der Schulen verlängern.

Die italienische Regierung überlegt inzwischen eine Verlängerung des Lockdowns. Die Maßnahmen könnten per Verordnung bis 4. Mai verlängert werden, hieß es in Regierungskreisen.

Wieder mehr Tote, aber weniger Neuinfizierte 

Die Zahl der Infizierten in Italien stieg am Dienstag um 4.053 auf 77.635. Die Zahl der Patienten auf der Intensivstation überschritt erstmals die 4.000er-Schwelle und erreichte 4.023. 45.420 positiv getestete Patienten befanden sich in Heimisolierung (59 Prozent aller Infizierten), 15.729 Personen waren inzwischen genesen.

In der Lombardei, der innerhalb des Landes am stärksten betroffenen Region, wurden 381 zusätzliche Todesopfer gegenüber Montag verzeichnet, am Montag waren es 458 und am Sonntag 416. Insgesamt lag die Zahl der Coronavirus-Toten in der norditalienischen Region damit bei 7.199. Die Zahl der Neuinfizierten betrug 1.047 Personen und war den sechsten Tag infolge im Sinken begriffen. Insgesamt zählte man in der Lombardei 43.208 Infizierte. 1.324 Patienten befanden sich dort auf der Intensivstation. Erstmals seit Beginn der Epidemie am 20. Februar sank die Zahl der Personen in intensivmedizinischer Betreuung. Am Montag waren es noch 1.330.

Nach der Lombardei sind nach wie vor die Emilia Romagna und Venetien die am stärksten betroffenen Regionen. In der Emilia Romagna gab es seit Beginn der Epidemie 1.644 Todesopfer, in Venetien 477. In Kärntens Nachbarregion Friaul Julisch Venetien starben bisher 113 Personen, die Zahl der Infizierten stieg dort bis Dienstag auf 1.593.

Das Coronavirus trifft in Italien Männer stärker als Frauen. Laut den jüngsten Angaben der Gesundheitsbehörden sind lediglich 30 Prozent der 12.428 Todesopfer Frauen. Das Durchschnittsalter der Todesopfer liegt bei 79 Jahren.

52 Prozent der Todesopfer litten an drei oder mehr Krankheiten, vor allem Blutdruckhochdruck, Herzkrankheiten oder waren zuckerkrank. 25 Prozent litten an zwei Krankheiten. Lediglich zwei Prozent der Todesopfer hatten keine Krankheiten. 23 Todesopfer waren unter 40 Jahre alt, 15 von ihnen litten vor der Infizierung an schweren Krankheiten.

Auch das medizinische Personal in Italien zahlt einen hohen Preis für seinen Einsatz im Kampf gegen die Pandemie. 66 Ärzte sind seit Beginn der Epidemie gestorben. Italien ist das europaweit am stärksten von der Coronavirus-Epidemie betroffene Land.

Laut Italiens Oberstem Gesundheitsinstitut (ISS) stabilisiert sich die Epidemiekurve. Die Zahl der Neuinfizierten sei seit einigen Tagen stabil, was bezeuge, dass die Eindämmungsmaßnahmen greifen, berichteten die Experten am Dienstag. "Die Epidemiekurve zeigt uns, dass wir eine stabile Phase erreicht haben", sagte ISS-Präsident Silvio Brusaferro. Die Zeit sei jedoch noch nicht reif für eine Auflockerung des "Lockdowns".

 

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