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Weltspiegel

Sturz in Bohrloch: Julen starb noch am Unglückstag

Von nachrichten.at   28. Januar 2019

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Bild 1/12 Bildergalerie: Dramatische Suche nach zweijährigem Julen

MALAGA. Nach der Bergung des in einem Bohrloch in Spanien ums Leben gekommenen zweijährigen Julen ist die Leiche des Kindes am Samstag obduziert worden.

Die Tageszeitung "Malaga Hoy" berichtete, die Leichenöffnung habe ergeben, dass der kleine Bub an dem Tag starb, an dem er in das Loch gefallen war. Demnach war ein Schädel-Hirn-Trauma die Todesursache.

Der Zweijährige war am 13. Jänner in das illegal gegrabene und nicht gesicherte Bohrloch gefallen, während seine Eltern in der Nähe picknickten. Nach ersten Erkenntnissen war Julen "im freien Fall" ins Loch gestürzt, bis sein Körper auf eine Erdschicht traf, wie die Behörden mitteilten. Möglicherweise war der Bub nach seinem Sturz von Erde und Sand bedeckt worden, weshalb eine Kamera ihn nicht orten konnte.

Seit Julens Verschwinden hatte es kein Lebenszeichen des Zweijährigen gegeben. Einsatzkräfte fanden zunächst lediglich Haare des Buben und ein Sackerl mit Süßigkeiten in dem Bohrloch. Hunderte Ingenieure, Polizisten und Bergbauexperten waren nach dem Unglück rund um die Uhr im Einsatz, um den Buben womöglich noch lebend retten zu können. Dabei waren sie immer wieder auf Schwierigkeiten angesichts des harten Gesteins gestoßen. In der Nacht auf Samstag war schließlich die Leiche des Buben gefunden worden.

Große Anteilnahme in Spanien

"Die Einsatzkräfte haben um 1.25 Uhr den unglücklicherweise leblosen Körper des Kleinen lokalisiert", twitterte der Delegierte der Madrider Zentralregierung in Andalusien, Alfonso Rodriguez Gomez de Celiz, der den Eltern sein Beileid aussprach. Die spanische Zivilgarde schrieb: "Leider haben wir es trotz aller Bemühungen so vieler Menschen nicht geschafft... Ruhe in Frieden, Julen." Weitere Einzelheiten wurden vorerst nicht mitgeteilt.

Nach dem tragischen Ausgang nahmen viele Anteil. "Ganz Spanien teilt die unendliche Trauer von Julens Familie", twitterte mitten in der Nacht Premier Pedro Sanchez, der sich auch bei den Helfern bedankte. König Felipe VI. sprach der Familie sein "tiefempfundenes Beileid" aus. Die Stadt Malaga verkündete eine dreitägige Trauer, vor dem Rathaus der Stadt versammelten sich am Samstagvormittag Hunderte zu einer Trauerkundgebung und einer Schweigeminute.

Auf dem Friedhof im Viertel El Palo in Malaga kamen gestern Verwandte, Freunde und Nachbarn zusammen, um Julen zu verabschieden. Hunderte Menschen versammelten sich davor – und versuchten, den Eltern José und Victoria Trost zuzusprechen. Ein schwieriges Unterfangen, denn der arbeitslose Verkäufer und die Mitarbeiterin einer Fastfood-Kette hatten 2017 bereits einen Sohn verloren. Julens älterer Bruder Oliver starb bei einem Strandspaziergang mit drei Jahren an Herzversagen.

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