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Weltspiegel

Notre-Dames Wiederaufbau wird viele Jahre dauern

Von Heidi Riepl 17. April 2019

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Bild 1/20 Bildergalerie: Was von Notre-Dame übrig geblieben ist

PARIS. Die Schäden nach dem Großbrand in der weltbekannten Kathedrale von Notre-Dame sind groß. Die OÖN die wichtigsten Fragen rund um den Großbrand des Gotteshauses.

Elf Stunden wüteten die Flammen in Notre-Dame. Inzwischen ist der Brand in dem historischen Gebäude gelöscht. Doch viele Fragen sind noch offen. Fest steht nur: Die weltberühmte Kathedrale soll wieder auferstehen.

Video: Die wichtigsten Infos rund um den Großbrand im Überblick

 

Was ist die Brandursache?

Bislang ist nichts bekannt, was darauf hindeutet, dass das Feuer etwas anderes als ein Unfall war. Es gebe keine Hinweise auf Brandstiftung, sagte auch Staatsanwalt Rémy Heitz. 50 Mitarbeiter sind seit gestern mit den komplexen Brandermittlungen beschäftigt. Das Dach der Kathedrale war für Reinigungsarbeiten eingerüstet. Nach derzeitigem Ermittlungsstand ging das Feuer vermutlich von einem Gerüst aus. Der Direktor von Notre-Dame, Patrick Chauvet, wies erste Vorwürfe zurück, es könnte Sicherheitsmängel gegeben haben. Brandaufseher hätten das Dach drei Mal täglich geprüft. Auch auf Schweißgeräte sei verzichtet worden. Möglicherweise war ein anderes technisches Gerät der Auslöser. Genannt werden elektrische Schraubmaschinen.

Warum war der Feuerwehreinsatz so schwierig?

Beobachter – darunter auch US-Präsident Donald Trump – fragten sich, warum keine Löschflugzeuge eingesetzt wurden. Unterschwellig schwang dabei die Frage mit, ob die Pariser Feuerwehrleute gute Arbeit leisteten. Inzwischen kann man die Frage bejahen – insbesondere, wenn man die schwierigen Bedingungen beachtet. Die französische Feuerwehr musste in erster Linie für die Erhaltung der Bausubstanz und der Gegenstände kämpfen. Löschflugzeuge wären da nicht sinnvoll gewesen. Die Wassermassen hätten den Dachstuhl womöglich zum schnellen Einsturz gebracht. "Wenn man sich auf die äußere Brandbekämpfung konzentriert, läuft man Gefahr, Flammen und heiße Gase ins Innere des Gebäudes zurückzudrücken, wo dann Temperaturen bis zu 800 Grad Celsius entstehen können, welche die Schäden verstärken", erklärte der Brandschutzexperte Serge Delhaye.

Wie ist der Zustand der Kathedrale nach dem Brand?

"Das Schlimmste konnte verhindert werden", sagte Staatschef Emmanuel Macron. Zwischenzeitlich war befürchtet worden, dass das gesamte Gebäude einstürzen könnte. Zwar sprach der Feuerwehrsprecher von "dramatischen Schäden", doch den rund 400 Feuerwehrmännern gelang es, die Grundmauern und die beiden markanten Türme zu retten.

Ist die Lage jetzt im Griff?

Zwar ist die Brandgefahr gebannt, doch es besteht weiter Einsturzgefahr. Fachleute haben "einige Schwachstellen" in der Baustruktur entdeckt, sagte Innen-Staatssekretär Laurent Nunez. Diese betreffen vor allem das Gewölbe. Die Absicherungsarbeiten im Inneren dürften rund 48 Stunden dauern. Bis dahin wurden auch Wohnhäuser in der Nähe evakuiert.

Wie soll der Wiederaufbau funktionieren?

Experten sind sich sicher: Der Wiederaufbau wird viele Jahre dauern. Am Geld wird es nicht scheitern: Präsident Macron sicherte noch in der Nacht zu, die Kathedrale wieder aufzubauen. Dank der Großzügigkeit von bekannten französischen Milliardärsfamilien stehen bereits mehr als 600 Millionen Euro bereit. Zudem soll eine internationale Geberkonferenz Geld sammeln.

Warum ist die internationale Betroffenheit so groß?

Mit Entsetzen beobachteten die Franzosen die brennende Kathedrale, weinten, sangen und beteten für deren Fortbestand. Denn das Bauwerk hat nicht nur religiöse Strahlkraft. Es ist ein säkulares und kulturelles Symbol für Frankreich und dessen Geschichte.

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Artikel von

Heidi Riepl

Redakteurin Außenpolitik, Weltspiegel

Heidi Riepl
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