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Weltspiegel

Erster Stadionbesuch für Frauen: Tausende durften nicht hinein

Von nachrichten.at/apa   11. Oktober 2019 11:57 Uhr

Azadi Stadion
Das Azadi Stadion in Teheran

TEHERAN. Nach dem ersten Stadionbesuch nach fast 40 Jahren sollen iranische Frauen für die nächsten Fußballspiele ein höheres Ticketkontingent erhalten.

"Inschallah (so Gott will)...wenn die Frauen das wollen, kriegen sie das auch", sagte Massumeh Ebtekar, Vizepräsidentin des Iran für Frauen und Familienangelegenheiten, laut Nachrichtenagentur Isna am Freitag.

Für das WM-Qualifikationsspiel gegen Kambodscha, das der Iran am Donnerstag mit 14:0 gewann, durften iranische Frauen erstmals online ein Ticket kaufen - wir haben berichtet. Die 3.500 bis 4.000 Eintrittskarten waren in kürzester Zeit ausverkauft. Daher forderten die Frauen ein höheres Kontingent.

Tausende Frauen durften nicht ins Stadion

Obwohl das riesige Asadi Stadion außer auf den vier Sondertribünen für die Frauen fast leer war, durften Tausende von weiblichen Fans nicht ins Stadion, weil sie keine Tickets hatten. Die Behörden rechtfertigten die Entscheidung mit Sicherheitsbedenken. Laut Medienberichten waren aber gerade einmal 2.500 Männer im Stadion - weniger als die Frauen.

"Mit den Frauen kam auch der Torreigen", meinte Vizepräsidentin Ebtekar. Irans Fußballer um Kapitän Massud Schodschaei gingen nach dem souveränen Erfolg zu den Frauentribünen und bedankten sich bei ihren neu gewonnenen Fans.

"Historischer Erfolg"

Für die Frauen war das Ergebnis zweitrangig. Für sie war es mehr ein großer Erfolg in ihrem jahrzehntelangen Kampf gegen die strengen islamischen Vorschriften des erzkonservativen Klerus und gegen ihre Diskriminierung im Land. Auf den sozialen Medien feierten sie ihren ersten Stadionbesuch als einen "historischen Erfolg".

Beteiligt an diesem historischen Erfolg war auch die FIFA. Der Fußball-Weltverband hatte dem Iran indirekt mit einem Ausschluss von der WM 2022 in Katar gedroht, falls den Frauen der Zutritt ins Stadion weiterhin verboten werden sollte. "Die FIFA war eine Hilfe, aber das Ganze war doch mehr ein Verdienst der Regierung", so Ebtekar. Beobachter jedoch glauben, dass ohne das FIFA-Ultimatum das Stadionverbot weiter Bestand hätte.

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