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Weltspiegel

Mindestens 19 Kinder bei Amoklauf an US-Schule getötet

Von nachrichten.at/apa   25. Mai 2022 06:12 Uhr

SAN ANTONIO (Texas). Ein Amoklauf erschüttert die USA: Ein 18-Jähriger hat am Dienstag in einer Volksschule in Texas das Feuer eröffnet und mindestens 19 Schulkinder getötet.

Es handelt sich um eines der verheerendsten Schulmassaker in der US-Geschichte. Den Ermittlern zufolge betrat der Schütze am Dienstagnachmittag die Schule in der Kleinstadt Uvalde und schoss um sich. Auch mindestens zwei Erwachsene, darunter eine Lehrerin, wurden bei dem Vorfall getötet.

Der Schütze wurde ersten Erkenntnissen nach von Sicherheitskräften getötet. Zu der Zahl der getöteten Erwachsenen gab es zunächst widersprüchliche Angaben. Zudem sind zwei Polizisten bei dem Einsatz leicht verletzt worden.

"Grausame, unfassbare Tat"

Der Gouverneur von Texas, Greg Abbott, sprach von einer "grausamen und unfassbaren" Tat. In seinem ersten Auftritt war noch von 14 verstorbenen Kindern und einer getöteten Lehrkraft die Rede. Details zu den genauen Hintergründen oder möglichen Motiven lagen zunächst nicht vor. Die republikanische Partei Abbotts stellt sich seit Jahren vehement gegen eine Verschärfung der Waffengesetze in den USA.

Schütze schrieb über Tat auf Facebook

Der Amokläufer hat nach Angaben von Gouverneur Greg Abbott seine Pläne kurz vor der Tat auf Facebook angekündigt. Er habe zunächst geschrieben, dass er seine Großmutter erschießen werde, sagte Abbott am Mittwoch bei einer Pressekonferenz. Sein zweiter Beitrag lautete demnach, dass er auf seine Großmutter geschossen habe.

Etwa eine Viertelstunde vor der Ankunft an der Schule habe der 18-Jährige geschrieben, dass er in einer nicht namentlich genannten Volksschule um sich schießen werde, sagte der Gouverneur. Abbott zufolge war der Schütze nicht vorbestraft. Es sei aber nicht sicher, ob der Amokläufer irgendwelche Eintragungen als Jugendlicher hatte. Das müsse noch ermittelt werden. Psychische Erkrankungen seien nicht bekannt, so Abbott. Der Gouverneur gab auch bekannt, dass der Schütze seiner Großmutter ins Gesicht geschossen habe - sie überlebte. In der Schule sei er dann in einen Klassenraum eingedrungen, der mit einem anderen verbunden gewesen sei.

Medien berichteten, dass der Verdächtige an seinem 18. Geburtstag - auf legalem Wege - Waffen gekauft habe. Er soll zudem Bilder von sich mit Waffen auf Sozialen Medien gepostet haben.

Uvalde ist eine kleine Stadt mit rund 16.000 Einwohnern etwa 100 Kilometer von der Grenze zu Mexiko entfernt. Die Volksschule unterrichtet die 2. bis 4. Klassen und hatte im vergangenen Schuljahr laut CNN 535 Schüler und Schülerinnen, wie aus staatlichen Daten hervorgeht. Etwa 90 Prozent der Schüler sind lateinamerikanischer Herkunft und kommen großteils aus Arbeiterfamilien. Donnerstag sollte der letzte Schultag vor der Sommerpause sein. Das aktuelle Schuljahr sei nun bereits vorzeitig beendet worden, hieß es von Verantwortlichen.

Auf der Facebook-Seite der Schule waren noch die Ankündigungen von Ausflügen in den Zoo oder Projekte der Kinder zu sehen. Erst vergangene Woche dankten die Verantwortlichen den Beamten des Gebiets. "Ein großes Dankeschön an die wahren Helden, die wir Polizisten nennen", hieß es da.

Schütze vermutlich allein gehandelt

Die Ermittler gehen laut ersten Informationen davon aus, dass der Schütze allein gehandelt hat. "Der Verdächtige ist tot", sagte der Polizeichef am Dienstagnachmittag (Ortszeit) in der Kleinstadt Uvalde. Es handle sich um ein "abscheuliches" Verbrechen. Ermittler seien noch am Tatort.

Der Sender CNN berichtete, der Schütze sei zu der Schule gefahren und habe mit seinem Auto einen Unfall gebaut. Danach habe er das Gebäude mit einem Gewehr und einer Pistole betreten. Dabei trug er einen Rucksack und eine Schutzweste. In der Schule habe er das Feuer eröffnet. Der 18-Jährige sei dann vom Sicherheitspersonal der Schule gestellt worden.

Die Universitäts-Klinik in San Antonio twitterte, es seien zwei Verletzte aus der Schießerei aufgenommen worden, eine 66 Jahre alte Frau und ein zehn Jahre altes Mädchen. Beide seien in einem kritischen Zustand. Viele weitere Kinder und Erwachsene seien zudem in ärztlicher Behandlung.

Biden fordert schärfere Waffengesetze

US-Präsident Joe Biden forderte in einer ersten Reaktion zum wiederholten Male schärfere Waffengesetze. "Als Nation müssen wir uns fragen, wann in Gottes Namen wir der Waffenlobby die Stirn bieten werden", sagte Biden am Dienstagabend (Ortszeit) im Weißen Haus. "Die Vorstellung, dass ein 18-jähriger Bursche in ein Waffengeschäft gehen und zwei Sturmgewehre kaufen kann, ist einfach falsch."

Amokläufe, auch an Schulen, kommen in den USA in trauriger Regelmäßigkeit vor. Im vergangenen Jahr zählte die US-Bundespolizei FBI 61 Amokläufe mit Schusswaffen in den Vereinigten Staaten. Das seien mehr als 50 Prozent mehr als im Jahr zuvor, teilte das FBI am Montagabend (Ortszeit) in Washington mit. Seit 2017 habe sich die Zahl verdoppelt. 2021 seien bei Amokläufen 103 Menschen getötet und 140 verletzt worden.

Das Ausmaß an Waffengewalt insgesamt ist in den USA ungleich größer. Es kommt regelmäßig zu tödlichen Vorfällen mit Schusswaffen, die dort leicht zu kaufen sind. Die Gesundheitsbehörde CDC verzeichnete in ihrer jüngsten Statistik aus dem Jahr 2020 insgesamt 45.222 Schusswaffentote in den USA - mehr als 120 Tote pro Tag.

Obama: "Unser Land ist gelähmt"

Der frühere US-Präsident Barack Obama (60) hat nach dem Massaker den Angehörigen sein Beileid ausgesprochen und Wut über die Waffenlobby geäußert. "Michelle und ich trauern mit den Familien in Uvalde", schrieb Obama am Dienstagabend (Ortszeit) auf Twitter. "Sie erleben einen Schmerz, den niemand ertragen sollte."

Er und seine Frau seien auch wütend, fügte der Demokrat hinzu und kritisierte in diesem Zusammenhang die oppositionellen Republikaner. "Unser Land ist gelähmt, nicht durch Angst, sondern durch eine Waffenlobby und eine politische Partei, die keine Bereitschaft gezeigt haben, in irgendeiner Weise zu handeln, um diese Tragödien zu verhindern", betonte Obama. Er erinnerte an ein Massaker an der Volksschule Sandy Hook im Jahr 2012 und an eine weitere Tat in Buffalo, bei der ein Schütze diesen Monat in einem Supermarkt das Feuer eröffnet hatte. Es sei längst an der Zeit zu handeln, schrieb der Ex-US-Präsident. Dass Familien noch auf konkrete Maßnahmen warten müssten, sei eine weitere Tragödie. Michelle Obama (58) teilte den Post auf ihrem eigenen Twitter-Profil.

Gouverneur: Schütze schrieb über Tat auf Facebook

Der Amokläufer an einer Volksschule im US-Bundesstaat Texas hat nach Angaben von Gouverneur Greg Abbott seine Pläne kurz vor der Tat auf Facebook angekündigt. Er habe zunächst geschrieben, dass er seine Großmutter erschießen werde, sagte Abbott am Mittwoch bei einer Pressekonferenz. Sein zweiter Beitrag lautete demnach, dass er auf seine Großmutter geschossen habe.

Etwa eine Viertelstunde vor der Ankunft an der Schule habe der 18-Jährige geschrieben, dass er in einer nicht namentlich genannten Volksschule um sich schießen werde, sagte der Gouverneur. Abbott zufolge war der Schütze nicht vorbestraft. Es sei aber nicht sicher, ob der Amokläufer irgendwelche Eintragungen als Jugendlicher hatte. Das müsse noch ermittelt werden. Psychische Erkrankungen seien nicht bekannt, so Abbott. Der Gouverneur gab auch bekannt, dass der Schütze seiner Großmutter ins Gesicht geschossen habe - sie überlebte. In der Schule sei er dann in einen Klassenraum eingedrungen, der mit einem anderen verbunden gewesen sei.

 

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