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Weltspiegel

London legt Kehrtwende hin und schließt die Schulen

20. März 2020 00:04 Uhr

London legt Kehrtwende hin und schließt die Schulen
Der britische Premier Johnson

LONDON. Der niederländische Premier will Geschäfte offen lassen und hofft auf eine baldige "Gruppen-Immunität".

Im Kampf gegen das Coronavirus hat sich Großbritannien bisher mit drastischen Maßnahmen zurückgehalten, doch nun scheint die Regierung unter Premier Boris Johnson den Ernst der Lage erkannt zu haben. Heute wird der Schulbetrieb im gesamten Königreich eingestellt. Zudem wird mittlerweile von allen sozialen Kontakten abgeraten und Heimarbeit empfohlen. "Wir können das Blatt innerhalb der nächsten zwölf Wochen wenden", sagte Johnson.

Lange Zeit wollte die Regierung mit kleinen Schritten verhindern, dass der Corona-Ausbruch zu stark unterdrückt wird und im Herbst mit voller Wucht zurückkommt. Erst als Gesundheitsexperten davor warnten, dass diese Strategie 250.000 bis 500.000 Tote in Großbritannien zur Folge haben würde, lenkte die Regierung ein.

"Wir sind in einen Krieg gegen diese Krankheit verwickelt, den wir gewinnen müssen", sagte Johnson. Nur: Die Waffen, die er zur Verfügung hat, sind stumpf. Der staatliche Gesundheitsdienst NHS (National Health Service) ist bereits seit Jahren chronisch überlastet, unterfinanziert und marode. Es mangelt im Land an Akutbetten und vor allem an Beatmungsgeräten.

Laut BBC hat das NHS 4900 Beatmungsgeräte, die Covid-19-Patienten das Leben retten könnten. Im schlimmsten Fall brauche das NHS weitere 20.000 derartige Geräte. Erschwerend kommt hinzu, dass Ärzte und Pflegepersonal fehlen, viele haben aufgrund des Brexit-Chaos das Land verlassen. Ziel sei nun, "die Zahl der Toten unter 20.000 zu halten", sagte der Mediziner Patrick Vallance, der die Regierung berät.

Sonderweg der Niederlande

Die Regierung in den Niederlanden ist nach wie vor klar gegen Ausgangssperren und das Schließen von Geschäften, wie Premier Mark Rutte gestern bekräftigte. Er sei gegen einen vollständigen "Lockdown" etwa von Geschäften oder anderen Dienstleistungsbetrieben. Dies ziehe eine zu starke Schwächung der Wirtschaft nach sich. Schulen und Kindergärten, Restaurants und Clubs sind allerdings bereits geschlossen.

Die Regierung hofft darauf, dass sich in der Bevölkerung eine Gruppen-Immunität einstellt – dass also immer mehr Menschen eine Erkrankung überstehen und dann gegen erneute Infektionen gefeit sind. Entsprechende Äußerungen Ruttes lösten heftige Kritik aus.

Bis gestern wurden in den Niederlanden 2460 Corona-Infektionen registriert. 76 Menschen starben nach Angaben der Gesundheitsämter bislang an den Folgen.

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