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Khashoggi-Verlobte fordert internationale Ermittlungen

Von nachrichten.at/apa, 03. Dezember 2019, 20:51 Uhr
Hatice Cengiz, die Verlobte des ermordeten Jamal Khashoggi Bild: (AFP)

BRÜSSEL/ISTANBUL. 14 Monate nach der Ermordung des saudiarabischen Journalisten Jamal Khashoggi hat dessen Verlobte der Weltgemeinschaft vorgeworfen, keine ausreichenden Konsequenzen im Umgang mit der Führung in Riad gezogen zu haben.

Es habe zuletzt "keine bedeutsamen Aktionen gegenüber Saudi-Arabien" vonseiten der internationalen Gemeinschaft gegeben, sagte Hatice Cengiz am Dienstag bei einer Pressekonferenz in Brüssel. An dieser nahm auch die UN-Berichterstatterin für außergerichtliche Tötungen, Agnès Callamard, teil.

Cengiz warf der internationalen Gemeinschaft "Passivität" vor und forderte die Einleitung internationaler Ermittlungen. Es handle sich um keinen Fall, der einfach zu den Akten gelegt werden könne, sagte Cengiz. Die Tötung ihres Verlobten bezeichnete sie als den "unmenschlichsten" Mord der Moderne. "Ich will, dass dies die Leute weiter stört. Einige müssen darüber um den Schlaf gebracht werden."

EU-Reaktion "extrem enttäuschend"

Callamard bezeichnete auch die Reaktion der EU auf den Mord als "extrem enttäuschend". Die internationale Gemeinschaft habe signalisiert, dass Staaten nach dem Mord an einem Journalisten keine Konsequenzen zu fürchten brauchen, solange sie mächtig genug sind. Callamard hatte im Juni eine Untersuchung vorlegt, in dem "glaubwürdige Beweise" für eine Verwicklung von Saudi-Arabiens mächtigem Kronprinzen Mohammed bin Salman aufgeführt wurden.

Der Mord an Khashoggi im saudiarabischen Konsulat in Istanbul hatte vergangenes Jahr weltweit Schlagzeilen gemacht und das Ansehen von Saudi-Arabien und seinem ehrgeizigen Kronprinzen erheblich beschädigt. Ein Jahr nach dem Verbrechen hat jedoch der Druck auf das Königreich zur Aufklärung der Tat nachgelassen. Führende Unternehmen, die nach dem Mord einen Wirtschaftsgipfel in Saudi-Arabien boykottiert hatten, wollen dieses Jahr wieder teilnehmen.

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