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Weltspiegel

Hirnschäden durch lange Aufenthalte im Weltraum

23. Oktober 2021 00:04 Uhr

Uni München stellte nach Blutuntersuchung von fünf Raumfahrern Druckanstieg im Nervenwasser fest.

Eine Studie der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) hält anhand von Blutuntersuchungen fest: Lange Aufenthalte im All können Schäden im Gehirn von Astronauten auslösen. Die Ergebnisse deuten auf eine leichte, aber anhaltende Hirnverletzung und eine schnellere Alterung des Gehirns bei der Rückkehr zur Erde hin. Mögliche Ursache sei ein gestörter Blutabfluss aus dem Kopf in der Schwerelosigkeit. Dieser könne im Lauf der Zeit zu einem Druckanstieg im Nervenwasser führen. Die Studie veröffentlichte das Forscherteam in der Fachzeitschrift "Jama Neurology".

Dass längere Reisen in den Weltraum bei Menschen nicht nur Muskeln und Knochen schwinden lassen, sondern sich auch auf deren Gehirne auswirken, hatten Studien schon zuvor angedeutet.

Unklar war nach Angaben der Forscher aber bisher, ob die Vorgänge schädlich seien. Um das herauszufinden, untersuchten die LMU-Mediziner Peter zu Eulenburg und Alexander Choukèr mit Kollegen in Schweden und Russland das Blut von fünf russischen Raumfahrern, die gut fünfeinhalb Monate in der internationalen Raumstation ISS verbracht hatten. Dabei wiesen die Forscher nach, dass mehrere Kernproteine für Alterung und Verletzungen des Gehirns direkt nach der Rückkehr aus dem All deutlich angestiegen waren. Das gelte vor allem für die erste Woche nach der Rückkehr.

Ob die Veränderungen im Gehirn auch zu weiterführenden Einschränkungen der Betroffenen führen, sei mit der Studie noch nicht geklärt. NASA und ESA arbeiten jedenfalls an Gegenmaßnahmen. Es werde untersucht, ob eine Art Zentrifuge, die für Raumfahrer eine künstliche Schwerkraft herstellt, vorbeugen könnte.

Analoge Weltraummission in der Negev-Wüste

Seit 11. und noch bis 31. Oktober sind die sechs Teilnehmer der analogen AMADEE-20 Mars-Simulation in der Negev-Wüste isoliert. Diese Expedition des Österreichischen Weltraum Forums in Kooperation mit der israelischen Raumfahrtagentur untersucht, inwieweit Arbeits- und Organisationsabläufe einer künftigen bemannten Marsmission am besten ablaufen können. „Ferngesteuert“ werden die Analog-Astronauten vom Mission-Support-Center in Innsbruck. Die Crew testet während der 20-tägigen Simulation auch Raumanzüge und führt wissenschaftliche Tests durch. ESA-Generaldirektor Josef Aschbacher wandte sich diese Woche mit einer Grußbotschaft an das Team.

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