Lade Inhalte...

Weltspiegel

Heftige Regenfälle: Tote und Verletzte in überschwemmter U-Bahn in China

Von nachrichten.at/apa   21. Juli 2021 11:12 Uhr

TOPSHOT-CHINA-WEATHER-FLOOD

Bildergalerie ansehen

Bild 1/11 Bildergalerie: Schwerste Regenfälle seit Jahrzehnten in Zentralchina

PEKING. Die schwersten Regenfälle seit Jahrzehnten haben in der zentralchinesischen Millionenmetropole Zhengzhou massive Überschwemmungen verursacht.

Zwölf Menschen kamen bei der Überflutung der U-Bahn in der zwölf Millionen Einwohner zählenden Provinzhauptstadt Zhengzhou ums Leben, mehr als 500 konnten aus den Schächten gerettet werden, wie örtliche Behörden am Mittwoch mitteilten. In der Nachbarstadt Gongyi wurden zudem vier Tote gemeldet. Es war jedoch insgesamt mit weiteren Opfern zu rechnen.

In Zhengzhou wurden etwa 100.000 Einwohner evakuiert und in sichere Bereiche gebracht, während einige Kinder seit Dienstag in ihren Kindergärten eingeschlossen sind. Zuvor war von Samstag bis zum späten Dienstag fast so viel Regen in der Stadt am Gelben Fluss gefallen wie normalerweise in einem ganzen Jahr. Es war von den stärksten Regenfällen seit Beginn der Aufzeichnungen die Rede. So etwas komme nur "einmal in 1.000 Jahren vor", wurden Meteorologen in chinesischen Medien zitiert.

Fahrgästen stand Wasser bis zur Brust

In den sozialen Medien verbreitete Videos zeigten Pendler in einem Zug, die bis zur Brust in Wasser saßen, und wie sich die U-Bahn in ein riesiges Wasserbecken verwandelte. "Das Wasser erreichte meine Brust", schrieb ein Überlebender auf Social Media. "Ich hatte wirklich Angst, aber das Schrecklichste war nicht das Wasser, sondern die zunehmend schwindende Luftzufuhr im Wagen." Wegen des Regens hätten die Behörden den Busverkehr eingestellt, da die Fahrzeuge mit Strom betrieben werden, sagte ein Einwohner von Zhengzhou mit dem Nachnamen Guo, der die Nacht in seinem Büro verbrachte. "Deshalb nahmen viele Menschen die U-Bahn, und die Tragödie geschah", sagte Guo.

CHINA-WEATHER-FLOOD
U-Bahn überschwemmt

Spital ohne Strom

Auch der Zugverkehr in Henan - einem wichtigen Logistikzentrum in China - wurde lahmgelegt. Viele Autobahnen waren gesperrt, Flüge teilweise gestrichen. Der taiwanische Technologiekonzern Foxconn, der am Stadtrand von Zhengzhou iPhones für Apple baut, aktivierte einen Notfallplan für den Hochwasserschutz. "Wir können bestätigen, dass es bisher keine direkten Auswirkungen auf unsere Anlage an diesem Standort gegeben hat", hieß es in einer Erklärung.

Für Dutzende Stauseen und Dämme wurden Warnstufen ausgerufen. Die örtlichen Behörden erklärten, dass die Regenfälle einen 20 Meter hohen Bruch im Yihetan-Damm in der Stadt Luoyang westlich von Zhengzhou verursacht hätten. Dieser könne "jederzeit zusammenbrechen". "Die Bemühungen zum Schutz vor Überschwemmungen sind sehr schwierig geworden", sagte Präsident Xi Jinping in einer vom Staatsfernsehen ausgestrahlten Erklärung. Die Rettung von Menschenleben habe nun "oberste Priorität", wurde er zudem von Staatsmedien zitiert.

Ein großes Krankenhaus in Zhengzhou mit mehr als 7.000 Betten hatte keinen Strom mehr. Sogar die Notstromversorgung war ausgefallen, berichtete die Zeitung "People's Daily". Das Krankenhaus suchte händeringend nach Transportmöglichkeiten, um etwa 600 kritisch kranke Patienten zu verlegen. Derweil soll es Meteorologen zufolge in den kommenden drei Tagen in der Provinz Henan weiter regnen. In der Region leben 94 Millionen Einwohner. Tausende Feuerwehrleute und Soldaten waren im Einsatz, um Menschen zu helfen.

CHINA-WEATHER-FLOOD

Taifun als Auslöser

Die ungewöhnlich heftigen Regenfälle in Henan wurden von Taifun "In-Fa" ausgelöst. Der Wirbelsturm sorgte auch in den Provinzen Zhejiang und Fujian für Unwetter. Die Provinz Henan wird bereits seit vergangener Woche von schweren Regenfällen heimgesucht. Die Wasserstände von Zuflüssen des Gelben Flusses und des Flusses Haihe überschritten Alarmstufen, berichtete die Nachrichtenagentur Xinhua. Die Schäden für die Landwirtschaft gehen in die Millionen.

Schwere Unwetter wurden auch aus Südchina gemeldet, wo in der Provinz Guangdong ein weiterer Taifun mit dem Namen "Cempaka" mit Windgeschwindigkeiten bis zu 110 km/h bei der Stadt Yangjiang auf Land traf. Auch im Norden Chinas gab es in der Inneren Mongolei schwere Überschwemmungen. Der Wetterdienst warnte am Mittwoch erneut vor heftigen Regenfällen in vielen Provinzen.

Lokalisierung: Zhengzhou ist die Hauptstadt der Provinz Henan in der Volksrepublik China und hat mehr als 8,6 Millionen Einwohner

Lädt
turned_in

info Mit dem Klick auf das Icon fügen Sie das Schlagwort zu Ihren Themen hinzu.

turned_in

info Mit dem Klick auf das Icon öffnen Sie Ihre "meine Themen" Seite. Sie haben von 15 Schlagworten gespeichert und müssten Schlagworte entfernen.

turned_in

info Mit dem Klick auf das Icon entfernen Sie das Schlagwort aus Ihren Themen.

turned_in

Fügen Sie das Thema zu Ihren Themen hinzu.

0  Kommentare expand_more 0  Kommentare expand_less