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Weltspiegel

Flüchtlingsdrama vor Lampedusa: Trauerzeremonie für 13 tote Frauen

09. Oktober 2019 19:40 Uhr

ROM/ LAMPEDUSA. Auf Lampedusa hat am Mittwoch eine Trauerzeremonie für die 13 Frauen stattgefunden, die am Montag beim Kentern eines Flüchtlingsbootes vor der süditalienischen Insel ums Leben gekommen sind.

An der Zeremonie beteiligten sich 21 der insgesamt 22 Überlebenden. Eine gerettete Migrantin wurde ins Krankenhaus von Palermo eingeliefert. Auch beteiligte sich auch der Kardinal der sizilianischen Diözese Agrigent, zur der Lampedusa gehört, Francesco Montenegro. Er übermittelte den Überlebenden die Grüße des Heiligen Vaters. "Der Papst betet für diese Opfer, die das Leben verloren haben, für ihre Angehörige und für die Überlebenden", sagte der Kardinal. Bei der Trauerzeremonie wurden Ausgaben in französischer Sprache der Bibel und des Korans verteilt.

Lediglich vier Opfer konnten bisher identifiziert werden. Die Särge werden am Donnerstag mit einem Schiff nach Sizilien gebracht. Die Todesopfer sollen auf dem Friedhof der sizilianischen Stadt Agrigent beerdigt werden.

Acht Kinder und Schwangere vermisst

Inzwischen sucht die italienische Küstenwache nach weiteren Vermissten. Die Suche erfolgte auch mithilfe eines Unterwasser-Roboters, berichtete die Küstenwache in einer Presseaussendung am Mittwoch. Unter den Vermissten seien acht Kinder und weitere Schwangere.

Das Boot sei wegen "der widrigen Wetterbedingungen und ausbrechender Panik unter den Migranten" gekentert, als sich die Rettungsschiffe näherten, berichtete die Küstenwache. Italienischen Medienberichten zufolge hatte das Boot in Tunesien abgelegt. An Bord waren demnach Tunesier sowie Menschen aus der Subsahara-Region.

Die deutsche Hilfsorganisation Sea Watch beklagte "schandhafte Gleichgültigkeit" gegenüber dem neuen Unglück, das sich vor Lampedusa abgespielt habe. "Sechs Jahre nach der großen Flüchtlingstragödie vor Lampedusa am 3. Oktober 2013 mit über 300 Toten ist nichts unternommen worden, um legale und sichere Einwanderungswege nach Europa zu ermöglichen", sagte Giorgia Linardi, Sprecherin von Sea Watch in Italien.

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