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Weltspiegel

Erstmals mehr als 3000 neue Corona-Fälle in Tschechien

Von nachrichten.at/apa   18. September 2020 10:42 Uhr

Deutschland hat eine Reisewarnung für die Hauptstadt Prag ausgesprochen.

PRAG. Tschechien hat innerhalb eines Tages mehr positive Testungen verzeichnet als das viel größere Deutschland. Eine Reisewarnung ist in Österreich derzeit noch kein Thema.

Am Donnerstag wurde mit 3.130 neuen Fällen erstmals die 3000er-Marke überschritten, wie am Freitag aus den Daten des Gesundheitsministeriums in Prag hervorging.

Die Gesamtzahl der positiv Getesteten seit Beginn der Pandemie stieg damit auf knapp 44 200. Im schlechtesten Fall geht das Prager Gesundheitsministerium davon aus, dass Tschechien bis Silvester am 31. Dezember insgesamt 3,6 Mio. bestätigte Fälle registrieren wird.

Deutschland hat eine Reisewarnung für die Hauptstadt Prag und die angrenzende Mittelböhmische Region ausgesprochen. "Wir beobachten die Situation genau", erklärte indessen das österreichische Außenministerium am Donnerstag auf Anfrage, vorerst seien keine Verschärfungen geplant. Tschechien sei nicht mit Urlaubsländern wie Spanien vergleichbar, wo sich im Sommer sehr viele Österreicher aufgehalten hätten, hieß es.

"Haben uns leider geirrt"

Die Kritiker nehmen es der Regierung übel, dass sich die Situation im Land so rasant verschlechtert. Im August hatten nämlich die Hygieniker eine mäßige präventive Verschärfung der Maßnahmen für den Beginn des Schuljahres am 1. September geplant. Das Gesundheitsministerium veröffentlichte auch eine diesbezügliche Verordnung, allerdings griff Ministerpräsident Andrej Babis persönlich ein. Die Verordnung wurde deutlich gemildert. Kritiker meinen, dass Babis offenbar die Wähler vor den Regional- und Senatswahlen Anfang Oktober nicht verärgern wollte.

Babis gestand unlängst einen "Fehler" ein. "Im Juni hatten wir das Gefühl, dass das Coronavirus weg ist. Leider haben wir uns geirrt", sagte er und fügte hinzu, die Menschen hätten sich damals beschwert, dass die Regierung ihnen Maulkörbe anlegen wolle und dass Unternehmen beschränkt würden. Jetzt schreien jene am meisten, die früher nach Lockerungen gerufen hätten, so der Ministerpräsident.

Steht Lockdown in Großbritannien bevor?

Wegen der sich dramatisch verschlimmernden Corona-Lage in Großbritannien könnte dem ganzen Land laut einem Medienbericht im Oktober wieder ein Lockdown bevorstehen. Top-Forscher hätten die Maßnahme der Regierung empfohlen, um die stark steigenden Infektionszahlen wieder in den Griff zu bekommen, berichtete die "Financial Times" am Freitag.

Der zweiwöchige Lockdown soll demnach während der Schulferien im Oktober stattfinden. Gesundheitsminister Matt Hancock reagierte in einem BBC-Interview am Freitag ausweichend auf den Bericht: Ein neuer landesweiter Lockdown sei das "letzte Mittel der Verteidigung", sagte Hancock. Man setze zunächst auf lokale Beschränkungen. "Wir möchten einen nationalen Lockdown vermeiden, aber wir sind darauf vorbereitet." Der Minister räumte ein, dass nicht nur die Infektionen zunehmen, sondern auch die Zahl der Covid-19-Patienten in den britischen Krankenhäusern.

Premierminister Boris Johnson steht in Großbritannien in der Kritik, zu spät und falsch auf die erste Ausbruchswelle reagiert zu haben. Innerhalb Europas ist Großbritannien das am schlimmsten von der Pandemie betroffene Land mit Blick auf die Todesfälle. Statistiken zu Infektionen und Todesfällen haben Experten zufolge nur eingeschränkte Aussagekraft - es wird mit einer hohen Dunkelziffer gerechnet.

Mit den steigenden Infektionszahlen sind Corona-Tests in Großbritannien schon wieder Mangelware geworden. Dabei hatte die Regierung das "weltbeste" Corona-Testsystem in Aussicht gestellt. Viele potenziell infizierte Briten müssen stundenlange Fahrten auf sich nehmen, um in einem Testzentrum angenommen zu werden.

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