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Weltspiegel

Erneut fast 900 Tote in 24 Stunden in Großbritannien

Von nachrichten.at/apa   18. April 2020 19:19 Uhr

London Krankenhaus
Ein Patient wird in das Royal London Hospital gebracht.

LONDON. Insgesamt sind in Großbritannien mehr als 15.000 Menschen mit einer Covid-19-Erkrankung gestorben.

In Großbritannien sind binnen 24 Stunden erneut fast 900 Menschen an der durch das neuartige Coronavirus ausgelösten Lungenkrankheit Covid-19 gestorben. Die Zahl der Corona-Toten in britischen Pflegeheimen könnte nach Schätzungen eines Branchenverbands fünf Mal höher sein als angenommen, berichtete die Zeitung "Daily Telegraph" am Samstag.

Im Königreich habe es zuletzt 888 weitere Todesfälle gegeben, teilte das Gesundheitsministerium am Samstag mit. Insgesamt seien damit 15.464 Menschen in Großbritannien gestorben. In dieser Statistik der britischen Regierung werden nur die im Spital Verstorbenen erfasst.

Damit ging die Zahl der neuen Todesfälle wieder nach oben. Am Freitag hatte das Gesundheitsministerium 847 Tote innerhalb von 24 Stunden vermeldet, was ein leichter Rückgang im Vergleich zum Vortag war. Zu der offiziellen Zahl der Covid-19-Toten in den britischen Krankenhäusern kommt eine hohe Dunkelziffer hinzu. Schätzungen zufolge starben allein in britischen Pflegeheimen mehrere tausend Menschen.

Den Angaben des Gesundheitsministeriums zufolge wurden innerhalb von 24 Stunden mehr als 5.500 Neu-Infektionen mit dem Coronavirus registriert. Die Gesamtzahl liege nun bei gut 114.000.

Schätzungen zufolge könnten seit Anfang April bis zu 7.500 Heimbewohner an dem Virus gestorben sein, sagte unterdessen Martin Green, Geschäftsführer des Branchenverbands "Care England" dem "Daily Telegraph". Der Verband hat Green zufolge die Sterblichkeitsrate in den Heimen seit dem 1. April mit der vom Vorjahr verglichen und leitet daraus die Schätzung ab. Die Regierung schätzt dagegen, dass bisher 1.400 Menschen in Pflegeheimen starben.

Vertreter von Pflegeheimen werfen der britischen Regierung schon lange einen "chaotischen" Umgang mit den Einrichtungen in der Pandemie vor. Insbesondere die Lieferung von Schutzausrüstung verlaufe "planlos", kritisierten Pflegeheimleiter.

Auch Queen-Gitarrist Brian May hat der Regierung schwere Mängel bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie vorgeworfen (die OÖN haben berichtet). Es sei eine "ewige Schande", dass noch nicht einmal die Ärzte und Krankenpfleger in den Kliniken bei der Behandlung der Infizierten ausreichend geschützt werden, sagte der Rockmusiker. Der staatliche Gesundheitsdienst NHS (National Health Service) sei seit vielen Jahren in einem schlechten Zustand. "Und das ist der Preis, den wir jetzt zahlen müssen."

Die britische Regierung hatte am Donnerstag eine Verlängerung der am 23. März verhängten Ausgangssperre um mindestens drei Wochen beschlossen. Außenminister Dominic Raab, der den an Covid-19 erkrankten Premierminister Boris Johnson vertritt, sagte nach den Beratungen mit seinen Ministerkollegen, es sei noch zu früh, sich zu Ausstiegsszenarien zu äußern.

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