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Weltspiegel

England und Dänemark heben fast alle Corona-Maßnahmen auf

Von nachrichten.at/apa   27. Januar 2022 08:53 Uhr

BRITAIN-HEALTH-VIRUS-RETAIL
In England werden keine Impf- oder Testnachweise kontrolliert.

KOPENHAGEN/LONDON. Trotz Rekordwerten an Neuinfektionen will Dänemark beinahe alle Corona-Beschränkungen aufheben. In England sind die Maßnahmen am Donnerstag ausgelaufen.

Ab Dienstag (1. Februar) müssen die Dänen an den meisten Orten keine Masken mehr tragen oder Impfnachweise zeigen, wie die dänische Ministerpräsidentin Mette Frederiksen am Mittwoch in Kopenhagen sagte. Damit folgt die Regierung den Weisungen der zuständigen Kommission, die empfohlen hatte, die Notfallmaßnahmen zur Bekämpfung der Pandemie auslaufen zu lassen.

Bleiben sollen aber vorerst eine Testpflicht für Einreisende sowie nicht verpflichtende Empfehlungen zu Tests und anderen Vorsichtsmaßnahmen, sagte Fredriksen.

Mit dem Schritt können ab Februar Clubs wieder normal öffnen und Großveranstaltungen ungehindert über die Bühne gehen. Die Lockerungen werden damit begründet, dass die vorherrschende Omikron-Variante im Durchschnitt weniger schwere Verläufe hervorruft als frühere Varianten. So ist die Zahl der Patienten auf Intensivstationen und an Beatmungsgeräten trotz der angespannten Infektionslage auf relativ niedrigem Niveau.

Seit Tagen stellt Dänemark bei den Neuinfektionen neue Höchstwerte auf. Am Dienstag wurden 46.590 neue Corona-Fälle gezählt. Das staatliche dänische Serum-Institut teilte mit, dass die Zahl der schweren Verläufe zurückgehe.

Maßnahmen in England laufen aus

Trotz hoher Corona-Fallzahlen hat England erneut fast alle noch geltenden Pandemie-Maßnahmen aufgehoben. Seit Donnerstag gilt im größten britischen Landesteil in den meisten Innenräumen keine Maskenpflicht mehr und auch die ohnehin nur bei Großveranstaltungen und in Clubs eingesetzten Impf- oder Testnachweise müssen nicht mehr kontrolliert werden. Die Empfehlung, von zu Hause aus zu arbeiten, gilt ebenfalls nicht mehr.

Die Regierung von Boris Johnson hat diese wegen der Omikron-Variante eingeführten, sogenannten Plan-B-Maßnahmen auslaufen lassen, nachdem die Zahl der Corona-Neuinfektionen seit Anfang Jänner rapide gefallen war. Etliche Hinterbänkler der regierenden Tory-Partei hatten im Dezember mit einer Rebellion im Unterhaus ihre Ablehnung der Corona-Maßnahmen zum Ausdruck gebracht.

Auch für geimpfte Reisende gibt es bald weitere Erleichterungen: Vom 11. Februar fällt der bisher noch notwendige Pflichttest nach der Ankunft im Land weg. In der britischen Hauptstadt London gilt allerdings weiterhin in Bahnen und Bussen eine Maskenpflicht. Auch einige Supermärkte rufen ihre Kunden weiterhin dazu auf.

In den vergangenen Tagen haben sich die Neuinfektionen auf hohem Niveau eingependelt - täglich werden zwischen 80.000 und 100.000 Neuinfektionen gemeldet, die Sieben-Tage-Inzidenz lag zuletzt bei rund 945 (Stand: 21. Jänner).

Schottland, Wales und Nordirland entscheiden eigenständig über ihre Corona-Politik und wählen einen etwas vorsichtigeren Weg.

Italien erleichtert Einreisen aus EU-Raum

Der italienische Gesundheitsminister Roberto Speranza hat eine neue Verordnung unterzeichnet, mit der die Corona-Restriktionen für die Einreise von Ausländern aus EU-Ländern ab dem kommenden Dienstag (1. Februar) gelockert werden. Reisende aus EU-Ländern werden nur noch einen "grünen Pass" benötigen, um nach Italien zu reisen, hieß es in einer Erklärung am Mittwoch.

Der sogenannte Grüne Pass ist ein Dokument, das die Immunität gegen Covid-19 durch Impfung, frühere Infektion oder einen negativen Test nachweist. Am 14. Dezember hatte Italien angeordnet, dass alle EU-Bürger vor der Abreise einen Test vorlegen müssen. Dieser Beschluss wurde ergriffen, um die Verbreitung der Omicron-Variante zu verhindern.

Nach Angaben des Gesundheitsministeriums werden mit der Verordnung auch Korridore für Reisen in eine Reihe außereuropäischer Länder verlängert und auf sechs weitere Destinationen ausgedehnt. Im September 2021 hatte Italien sogenannte covidfreien Tourismuskorridore in Richtung Malediven, Seychellen, Mauritius, Ägypten (jedoch nur Sharm El Sheikh und Marsa Alam), Dominikanische Republik und Aruba eingerichtet.

Österreich: Ausgang für Ungeimpfte, aber kein Zugang

Mit 34.011 Neuinfektionen wurde in Österreich am Mittwoch ein neuer Höchstwert erreicht – die für diese Woche prognostizierten bis zu 40.000 Fälle pro Tag allerdings noch nicht. Auch die Spitalszahlen bleiben stabil. Und daher haben Bundeskanzler Karl Nehammer (VP) und Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein (Grüne) nun ein Auslaufen des Lockdowns für Ungeimpfte ab Montag angekündigt. Weil gleichzeitig aber die bestehende 2G-Regel aufrechtbleibt, wird aus der Ausgangsbeschränkung eine strikte Zugangsbeschränkung. Ungeimpfte dürfen weiter nicht in Gastronomie, Sportstätten, Kultureinrichtungen und einkaufen – abgesehen von lebensnotwendigen Dingen. Dies sei wegen der hohen Infektionszahlen nötig, argumentiert die Regierung. Sozialpartner, FPÖ und Neos forderten aber, die 2G-Beschränkung zumindest für Handel und körpernahe Dienstleister aufzuheben.

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