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Weltspiegel

Die USA haben nun weltweit die meisten Infizierten

28. März 2020 00:04 Uhr

Die USA haben nun weltweit die meisten Infizierten
Not macht erfinderisch: Fitnesskurs mit Sicherheitsabstand auf einer Garagenzufahrt in einem Vorort von New York.

WASHINGTON. US-Präsident will Regionen in Risikoklassen einteilen, um besser reagieren zu können.

Nun sind die USA das Epizentrum der weltweiten Coronavirus-Pandemie: Mit mehr als 86.000 bestätigten Fällen haben die Vereinigten Staaten Italien (knapp unter 86.000) abgelöst. An dritter Stelle liegt China mit 81.900 bestätigten Coronafällen.

Zwar sind mit etwa 1260 Menschen bisher deutlich weniger Corona-Patienten in den USA gestorben als etwa in Italien (9134 Tote). Doch eine aktuelle Studie der University of Washington verweist darauf, dass die Zahl der Todesopfer in den USA in den kommenden vier Monaten auf mehr als 81.000 steigen könnte. Manche Schätzungen gingen sogar von der doppelten Zahl aus, andere dagegen von 38.000 Todesopfern, sagte Studienleiter Christopher Murray.

Die große Abweichung begründete er damit, dass die unterschiedlich schnelle Ausbreitung des Virus in verschiedenen Regionen den Forschern große Rätsel aufgebe. Während US-Präsident Donald Trump dennoch weiter Zuversicht verbreitete, die Krise bis zum Sommer überwunden zu haben, schlugen mehrere lokale Behörden und Bundesstaaten angesichts mangelhafter Ausstattung der Krankenhäuser Alarm.

Ein Gerät, zwei Patienten?

"Jedes realistische Szenario wird die Kapazität des Gesundheitssystems überwältigen", sagte etwa Andrew Cuomo, der Gouverneur des US-Bundesstaates New York. Das Ausmaß fehlender Beatmungsgeräte sei "astronomisch".

Es sei ja nicht so, dass die Apparate in irgendeiner Lagerhalle bereitstünden. Es gebe schlichtweg keine Bestände. In einigen Krankenhäusern in New York begannen die Ärzte aus der Not heraus zu erproben, ob ein einzelnes Beatmungsgerät womöglich zwei Patienten versorgen könnte.

Louisiana stark betroffen

Die Metropole ist derzeit das Epizentrum der Pandemie in den USA, doch schon zeichnet sich ab, dass es in Louisiana etwa 2000 Kilometer südwestlich ähnlich schlimm werden könnte. Gouverneur John Bel Edwards sagte, die Beatmungsgeräte reichten noch bis 2. April, die Bettenkapazität in den Kliniken dürfte fünf Tage später erschöpft sein, wenn die Ansteckungskurve nicht bald abflache.

Die Infizierten verteilen sich sehr unterschiedlich über das ganze Land. Die mit Abstand meisten Betroffenen gibt es in New York, andere Bundesstaaten haben nur wenige Hundert. Daher kündigte Präsident Trump an, dass die einzelnen Regionen in unterschiedliche Risikoklassen eingeteilt würden. Dann könnte Bezirk für Bezirk entschieden werden, ob man die Quarantäne verstärkt oder Einschränkungen lockert.

Plötzlich versöhnlichere Töne

Nach zunehmenden Spannungen zwischen China und den USA im Zuge der Coronakrise haben beide Seiten nun versöhnlichere Töne angeschlagen. Peking und Washington sollten sich im Kampf gegen die Pandemie zusammentun, sagte Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping gestern in einem Telefonat mit Donald Trump. Eine Zusammenarbeit sei für beide Seiten vorteilhaft und "die einzig richtige Wahl", betonte Xi. Er hoffe, die USA würden "substanzielle Schritte zur Verbesserung der Beziehungen unternehmen". Trump sprach von einem "sehr guten Gespräch".

Lange Zeit stritten beide Staaten über die Herkunft des neuartigen Coronavirus. Trump bezeichnete den Erreger wiederholt als "China-Virus". Gleichzeitig verbreiteten chinesische Vertreter Verschwörungstheorien, wonach die Pandemie in Wahrheit nicht in der zentralchinesischen Provinz Hubei ihren Ausgang genommen habe, sondern US-Soldaten das Virus nach China eingeschleppt hätten.

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