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Weltspiegel

Deutscher Investor und Milliardär gestorben

Von nachrichten.at/apa   04. Dezember 2021 07:14 Uhr

BERN. Der deutsche Unternehmer und Milliardär August von Finck junior ist tot.

Der Bankierssohn und Investor mit Firmen-Engagements in der Schweiz starb am Montag im Alter von 91 Jahren in London, wie aus einer Todesanzeige der Familie in der "Neuen Zürcher Zeitung" vom Samstag hervorging. Er erlag einer kurzen schweren Krankheit, wie der "Münchner Merkur" unter Berufung auf einen langjährigen Mitarbeiter und engen Freund berichtete.

Das US-Wirtschaftsmagazin "Forbes" schätzte von Fincks Vermögen zuletzt auf 8,7 Milliarden Dollar. Der 1930 geborene Industrielle und vierfache Vater zählte damit zu den reichsten Deutschen.

Er stammte aus einer Unternehmerfamilie, der unter anderem die Münchner Privatbank Merck Finck & Co gehörte. Der Bankier, der lieber Bauer geworden wäre, verkaufte nach dem Tod seines Vaters die einst drittgrößte deutsche Privatbank 1990 an die britische Barclays. Schrittweise trennte er sich auch von Beteiligungen an Münchner Konzernen wie Allianz, Münchener Rück und Löwenbräu.

Schließlich investierte von Finck in mehrere Traditionsunternehmen in der Schweiz. Zeitweise hielt er die Mehrheit an der Hotel- und Gastronomiegruppe Mövenpick. Er übernahm auch Beteiligungen unter anderem beim Technologiekonzern Von Roll, bei der Alusuisse-Lonza, dem Mischkonzern Oerlikon-Bührle und der Warenprüf-Holding Société Générale de Surveillance (SGS) in Genf. Nach der Finanzkrise stieg er 2011 zudem in den Goldhandel ein. Er erwarb die Namensrechte von dem traditionsreichen Edelmetall-Händler Degussa.

Der öffentlichkeitsscheue Baron war auch Schlossherr in der Schweiz. Der gebürtige Münchner wohnte zeitweise im Schloss Weinfelden im Thurgau und nutzte das Gebäude samt der zugehörigen 4.000 Hektaren Land und Forst für Repräsentationszwecke. Es war 1972 in Familienbesitz übergegangen.

Von Finck engagierte sich auch in der deutschen Politik und war ein vehementer Gegner des Euro. Er galt als Sponsor mehrerer Parteien und Bewegungen, darunter die liberale FDP, die konservative CSU und die rechtspopulistische Alternative für Deutschland (AfD). Zudem spendete er für die Forschung. So betätigte er sich etwa als Mäzen in der Biomedizin an der ETH Zürich.

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