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Weltspiegel

Coronavirus-Studie: Jeder fünfte Stockholmer hat Antikörper

Von nachrichten.at/apa   20. Mai 2020 21:27 Uhr

Chef-Virologe Anders Tegnell 

STOCKHOLM. Mehr als jeder fünfte Bewohner der schwedischen Hauptstadt Stockholm hat Antikörper gegen das Coronavirus gebildet.

Das ist das Zwischenergebnis einer noch laufenden Studie der staatlichen Gesundheitsbehörde, welche die Erkenntnisse am Mittwoch veröffentlichte. Demnach zeigte sich in der am schlimmsten von der Pandemie betroffenen schwedischen Stadt, dass 7,3 Prozent der Ende April mehr als tausend zufällig Getesteten über Antikörper verfügte. Bei der Hochrechnung des Bevölkerungsanteils mit Antikörpern wurde berücksichtigt, dass die Tests bereits einige Woche zurückliegen und dass es einige Wochen dauert, bis der Körper Antikörper gegen den Erreger entwickelt.

Er gehe davon aus, dass "ein bisschen über 20 Prozent" der Bewohner Stockholms sich mit dem neuartigen Erreger infiziert hätten, sagte Chef-Virologe Anders Tegnell bei einer Pressekonferenz. Mehr als ein Drittel der in Schweden bestätigten Fällen betreffen die Hauptstadt.

Rate in ländlichen Gebieten Schwedens geringer

In anderen Teilen des Landes lagen die Zahlen für die Antikörper-Träger niedriger. Im äußersten Süden waren es 4,2 Prozent, in der Region um Göteborg nur 3,7 Prozent.

Am ehesten hatten Menschen zwischen 20 und 64 Jahren Antikörper gebildet (6,7 Prozent), bei den über 65-Jährigen waren es 2,7 Prozent. Das Ergebnis zeige, dass diese Bevölkerungsgruppe gut darin sei, sich zu schützen, sagte Tegnell.

Bei den jungen Menschen zwischen null und 19 Jahren hatten 4,7 Prozent Antikörper. Dies bestätigt laut Tegnell die Annahme der Wissenschaftler, dass es in dieser Altersgruppe keine große Verbreitung des Virus gibt, das die Lungenkrankheit Covid-19 auslösen kann.

Durch den Test auf Antikörper im Blut kann nachgewiesen werden, ob jemand mit dem Coronavirus infiziert war und möglicherweise immun ist. Letzteres ist jedoch im Fall des neuartigen Coronavirus umstritten.

Sonderweg Schweden

Schweden geht in der Pandemie einen Sonderweg ohne Ausgangsbeschränkungen. Die Schulen für Kinder unter 16 Jahren blieben offen ebenso wie Cafés, Bars, Restaurants und Geschäfte. Die Menschen sind lediglich aufgefordert, in Eigenverantwortung die Abstandsregelungen einzuhalten.

Der schwedische Sonderweg steht in der Kritik; die Zahl der Corona-Toten übersteigt die anderer skandinavischer Länder, die strikte Ausgangsbeschränkungen verhängt hatten. Bis Mittwoch hatten sich in Schweden mindestens 31.523 Menschen mit dem Coronavirus infiziert, 3.831 Menschen starben.

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