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Weltspiegel

Bulgarien: 46 Kinder und Erwachsene starben bei verheerendem Busunfall

24. November 2021 00:04 Uhr

Bulgarien: 46 Kinder und Erwachsene starben bei verheerendem Busunfall
Der fast ausschließlich mit Bürgern Nordmazedoniens besetzte Reisebus brannte vollständig aus.

SOFIA/SKOPJE. Bus hatte eine Leitschiene gerammt, sich überschlagen und Feuer gefangen.

Bei einem Unglück eines fast ausschließlich mit Bürgern Nordmazedoniens besetzten Reisebusses in Bulgarien sind in der Nacht auf Dienstag Dutzende Menschen ums Leben gekommen. Der Unfall ereignete sich rund 40 Kilometer südlich der Hauptstadt Sofia. Der nordmazedonische Regierungschef Zoran Zaev und der Außenminister des an Bulgarien grenzenden Balkanlandes, Bujar Osmani, reisten nach dem Unglück nach Sofia. "46 Passagiere sind ums Leben gekommen, zwölf davon sind Kinder", sagte Zaev.

Der geschäftsführende bulgarische Innenminister Boiko Raschkow zeigte sich erschüttert: "So etwas Schreckliches habe ich noch nie gesehen, das ist kaum zu ertragen. Die verbrannten Leichen liegen hier übereinander auf einem Haufen." Viele Tote müssten erst identifiziert werden.

Sieben Menschen schafften es, sich aus dem brennenden Wrack zu befreien. Sie wurden mit Verbrennungen, vor allem an den Händen, in die Notfallklinik Pirogow in Sofia gebracht. Die Menschen auf den hinteren Sitzen hätten eine Fensterscheibe eingeschlagen, um sich zu retten, sagte Zaev. Viele Todesopfer gehörten einer Familie an.

Mit Blick auf die laufenden Ermittlungen sagte Zaev, die am Leben Gebliebenen könnten sich an den Vorfall erinnern. "Ich überlasse es den bulgarischen Experten, die Unfallursache zu ermitteln." Um Details zu erfahren, sprach Zaev dann mit seinem Amtskollegen Stefan Janew. "Wir sind zusammen im Guten und im Schlechten. Wir sind brüderliche Völker."

Das Unglück brachte ganz unerwartet die Regierungschefs der Nachbarländer vor dem Hintergrund belasteter bilateraler Beziehungen zusammen. Seit einem Jahr blockiert Bulgarien den Beginn von EU-Beitrittsverhandlungen mit Nordmazedonien. Diese Tragödie werde positive Auswirkungen auf die Beziehungen haben, "weil wir uns helfen und die Institutionen zusammenarbeiten". Beide Staaten wollten nationale Trauertage ausrufen.

Der Unfall ereignete sich auf der Struma-Autobahn. Der Bus hatte aus noch ungeklärten Gründen eine Leitschiene gerammt und sich überschlagen. Ersten Erkenntnissen zufolge gab es auch deshalb so wenige Überlebende, weil der Bus in Brand geriet. Ob er schon vor dem Unfall Feuer gefangen hatte oder sich zunächst überschlug und dann in Flammen aufging, ist unklar.

Strecke mit häufigen Unfällen

Unter den Opfern sei auch ein belgischer Staatsbürger, sagte der interimistische Leiter der nordmazedonischen Botschaft in Sofia, Vladimir Krastevski.

Der Bus war nach Angaben des bulgarischen Innenministeriums in Skopje registriert, von der Türkei nach Bulgarien gekommen und hatte sich auf dem Weg nach Nordmazedonien befunden. Der Streckenabschnitt, auf dem das Unglück geschah, liegt in einer hügeligen Gegend und ist für häufige Unfälle bekannt.

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