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Bis zu fünf Jahre Haft bei Verstoß gegen Quarantäne

Von OÖN   26.März 2020

Bis zu fünf Jahre Haft bei Verstoß gegen Quarantäne
Auch Drohnen werden eingesetzt.

Die italienische Regierung hat die Strafen für Verstöße gegen die Ausgangsbeschränkungen wegen der Corona-Pandemie massiv erhöht. Wer positiv auf Covid-19 getestet sei und sich vorsätzlich nicht an Quarantäneauflagen halte, könne mit einem bis fünf Jahren Gefängnis bestraft werden, hieß es in einem Dekret der Regierung.

Bereits zuvor hatte Ministerpräsident Giuseppe Conte auch höhere Geldstrafen von 400 bis 3000 Euro angedroht. Bisher drohte bei Vergehen eine Strafen von 206 Euro, eine Haft von bis zu drei Monaten war möglich. Das Regierungsdekret sieht nun außerdem vor, dass regionale Autoritäten im Kampf gegen das Coronavirus zeitweise eigene Maßnahmen erlassen dürfen.

Mehr als 100.000 Anzeigen

Die Polizei hat seit dem 10. März, als die Ausgangsverbote ausgesprochen worden waren, rund zwei Millionen Menschen kontrolliert und mehr als 100.000 Anzeigen wegen Verstößen verhängt. Kontrolliert wurden zum Beispiel Menschen, die versuchten, aus dem stark von Covid-19 betroffenen Norden in Ferienhäuser und zu Familien in den Süden zu fahren. Das ist nicht erlaubt.

Unterdessen haben sich in Italien bereits mehr als 5000 Sanitäter mit dem Coronavirus infiziert. Dies berichtete die Ärztegewerkschaft in einem Brief an das Oberste Gesundheitsinstitut, in dem die Regierung aufgerufen wird, den Sanitätern eine bessere Schutzausrüstung zu liefern. 29 Ärzte sind seit Beginn der Epidemie gestorben. Vor allem Hausärzte haben sich bisher infiziert.

Premier Giuseppe Conte lobte den unermüdlichen Einsatz der Sanitäter im Kampf gegen die Epidemie. "Ärzte und Krankenpfleger beweisen täglich einen Mut, der Italien bewegt und zugleich stolz macht. Wir haben einen Aufruf für die Einrichtung einer Taskforce mit 300 Ärzten zum Kampf gegen die Epidemie gestartet. 8000 Ärzte haben sich gemeldet", sagte Conte.

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05. Juni 2020