Lade Inhalte...

Weltspiegel

Außer Kontrolle: Brände beeinflussen das Wetter

Von Thomas Spang  22. Juli 2021 00:04 Uhr

US-CANADA-FIRE

Bildergalerie ansehen

Bild 1/20 Bildergalerie: Rekordhitze und Brände in den USA und Kanada

Die extremen Waldbrände im Westen Amerikas alarmieren bereits die Ostküste – Notstand herrscht auch in Kanada

Das Extremwetter im Westen der USA macht die Lauffeuer gefährlicher denn je. In zwölf Bundesstaaten brennt es an 70 Orten. Das "Bootleg Fire" im Süden Oregons ist so gewaltig, dass es nun selbst Einfluss auf das Wetter nimmt. Die gewaltigen Rauchschwaden trüben inzwischen auch die Sicht an der knapp 4000 Kilometer entfernten Ostküste. Die Umweltbehörde des Bundesstaats New York rief wegen erhöhter Feinstaubbelastung den Gesundheitsalarm aus.

"Noch nie gesehen"

Experten mit jahrelanger Erfahrung bei der Bekämpfung von Lauffeuern haben so etwas noch nicht gesehen. "Normalerweise bestimmt das Wetter, wie sich ein Feuer entwickelt", sagt Marcus Kauffman von der Forstbehörde Oregons über die im Süden des Bundesstaates wütenden Brände. "In diesem Fall sagt das Feuer voraus, wie das Wetter sein wird."

Dazu gehören gewaltige "Feuer-Wolken", die bis zu zweihundert Kilometer entfernt zu sehen sind und ihre eigenen Winde erzeugen. Diese treiben die Flammen so schnell voran, dass die mehr als 2200 Feuerwehrleute im Einsatz kaum eine Chance haben, die Brände einzudämmen. Nur ein Viertel des Feuers ist "unter Kontrolle".

Zuletzt wuchs das "Bootleg Fire" in der spärlich besiedelten Region um mehr als 200 Quadratkilometer am Tag. Begünstigt durch ein schier nicht endendes Reservoir an ausgetrocknetem Buschwerk, Nadeln und Bruchholz. Meteorologen beobachten sogenannte "Feuer-Tornados", die wie Flammenwerfer über das Land ziehen. Das Mikrowetter über dem Brandgebiet erzeugt eigene Blitze, die an anderen Stellen neue Feuer entstehen lassen. "Das ist eine extrem gefährliche Situation", sagt Chuck Redman vom nationalen Wetterdienst, der den Brandbekämpfern mit detaillierten Vorhersagen zu helfen versucht. Die "Bootleg"-Brände waren vor zwei Wochen inmitten einer Hitzewelle vermutlich durch einen Blitzschlag ausgebrochen, die den normalerweise kühlen Pazifikstaat im Nordwesten der USA in einen Brutkasten verwandelten.

"Ergebnis des Klimawandels"

Seitdem hat sich das Feuer in einem rasanten Tempo auf 1400 Quadratkilometern ausgebreitet. Es brennt aktiv auf einer Fläche, die in etwa so groß ist wie die gesamte Metropole von Los Angeles.

Der "National Weather Service" erklärte, die Kombination der Hitzewelle mit extremer Trockenheit, stürmischen Winden und Blitzschlägen drohe die Lauffeuer nicht nur in Oregon, sondern überall im Westen "außer Kontrolle" geraten zu lassen. Auch in Kanada lodern unzählige Brände. In der westkanadischen Provinz British Columbia wurde der Notstand ausgerufen, tausende Menschen wurden evakuiert.

"Vor zehn Jahren haben wir keine Feuer gesehen, die sich so schnell bewegen", sagt Lenya Quinn-Davidson von der "University of California", die wie ihre Kollegen darin ein Ergebnis des Klimawandels erkennen. "Das lässt sich anders nicht erklären."

Artikel von

Thomas Spang

Thomas Spang
Lädt
turned_in

info Mit dem Klick auf das Icon fügen Sie das Schlagwort zu Ihren Themen hinzu.

turned_in

info Mit dem Klick auf das Icon öffnen Sie Ihre "meine Themen" Seite. Sie haben von 15 Schlagworten gespeichert und müssten Schlagworte entfernen.

turned_in

info Mit dem Klick auf das Icon entfernen Sie das Schlagwort aus Ihren Themen.

turned_in

Fügen Sie das Thema zu Ihren Themen hinzu.

mehr aus Weltspiegel

1  Kommentar expand_more 1  Kommentar expand_less