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Weltspiegel

Ausgangssperre und Lockdown: Neue Maßnahmen in Europa

Von nachrichten.at/apa   29. Oktober 2020 06:18 Uhr

In Belgien geht die Angst vor zweitem Lockdown um
(Symbolbild)

EU-WEIT. Praktisch überall in Europa schnellen die Corona-Zahlen hoch. Die Länder reagieren darauf mit weiterreichenden Einschränkungen.

ITALIEN: In Italien gehen die Demonstrationen gegen die seit Anfang der Woche verschärften Corona-Schutzmaßnahmen weiter. Am Mittwoch demonstrierten Unternehmer und Beschäftigte aus Restaurants, Bars und anderen Lokalen in vielen Städten des Landes, darunter Mailand, Triest, Florenz und Neapel. Die Regierung will mit einem schnellen Nothilfe-Paket von mehr als fünf Milliarden Euro die Folgen der jüngsten Beschränkungen abfedern. Seit Montag müssen alle Lokale um 18 Uhr für Gäste schließen. Kinos, Theater, Fitnessstudios, Bäder, Skiresorts und Konzerthallen dürfen nicht mehr öffnen.

FRANKREICH: Mit strikten Ausgangsbeschränkungen im ganzen Land verschärft Frankreich seinen Kampf gegen die zweite Welle. Die Beschränkungen sollen von Freitag an gelten, kündigte Staatschef Emmanuel Macron am Mittwochabend in einer Fernsehansprache an. Der Regierungssprecher hatte zuvor gesagt, Macron werde eine "neue Etappe" gegen Corona einläuten. Den Angaben Macrons nach sind die Beschränkungen weniger streng als im Frühjahr - Schulen bleiben geöffnet. Bars, Restaurants und "nicht unentbehrliche Geschäfte" müssen jedoch schließen. Die im Frühjahr üblichen Ausgangsbescheinigungen für Bürger sollen wiederkommen. Auch Reisen in andere Regionen des Landes werden eingeschränkt. Die Maßnahmen sind zunächst bis zum 1. Dezember befristet.

  • Video: Harte Corona-Maßnahmen in Deutschland und Frankreich:

DEUTSCHLAND: In Deutschland sollen ab kommenden Montag strengere Maßnahmen bis Ende November gelten. Bundeskanzlerin Angela Merkel spricht von einer "nationalen Kraftanstrengung", die vom 2. November an noch einmal nötig sei, um den Anstieg der Infektionszahlen zu bremsen. Restaurants und Gasthäuser sollen wieder schließen, genauso wie Kosmetikstudios, Massagepraxen, Tattoo- und Fitnessstudios oder Kinos. In der Öffentlichkeit sollen sich nur noch maximal zehn Menschen aus dem eigenen und einem zweiten Hausstand gemeinsam aufhalten dürfen. Veranstaltungen werden gestrichen und Zuschauer in der Bundesliga wieder verboten. Offen bleiben sollen Schulen, Kindergärten, der Groß- und Einzelhandel und Friseurläden.

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SCHWEIZ: Auch die Schweiz schränkt zum Donnerstag das soziale Leben ein. Bars und Restaurants müssen abends um 23 Uhr schließen. Veranstaltungen mit mehr als 50 Personen sowie sportliche und kulturelle Freizeitaktivitäten mit mehr als 15 Personen sind untersagt, wie der Bundesrat am Mittwoch erklärte. Tanzlokale werden völlig geschlossen, die Maskenpflicht wird ausgedehnt. Einreisende müssen aber nur noch in Quarantäne, wenn sie aus einem Gebiet kommen, das binnen 14 Tagen pro 100.000 Einwohner mindestens 60 Coronavirus-Fälle mehr als die Schweiz ausweist.

TSCHECHIEN: Seit der Nacht auf Mittwoch gilt in Tschechien erstmals eine nächtliche Ausgangssperre. Die Menschen dürfen zwischen 21.00 und 4.59 Uhr ihre Häuser nicht verlassen. Damit will die Regierung private Feiern und Treffen verhindern. Ausnahmen gibt es unter anderem für das Gassigehen mit dem Hund in einem Umkreis von 500 Metern um den Wohnort. In der Hauptstadt Prag wird der öffentliche Nahverkehr entsprechend eingeschränkt.

SLOWAKEI: Die Slowakei verlängerte am Mittwoch die landesweiten Ausgangsbeschränkungen bis zum 8. November. Die Menschen dürfen nur für notwendige Besorgungen außer Haus. Das Kabinett beschloss zudem: Wer einen negativen Corona-Test vorweisen kann, darf sich vom 2. November an wieder frei im ganzen Land bewegen. Denn am Wochenende beginnen die landesweiten Massentests aller Personen zwischen zehn und 65 Jahren.

BULGARIEN: Der bulgarische Gesundheitsminister Kostadin Angelow teilte am Mittwoch mit, ab Donnerstag müssten die Innenräume von Nachtlokalen für zwei Wochen schließen. Sportevents dürfen nun nur noch ohne Publikum stattfinden, Gymnasien und Universitäten müssen auf Fernunterricht umschalten. An Konferenzen und Ausstellungen dürfen maximal 30 Personen teilnehmen. Theater, Kinos und Restaurants können mit verminderter Kapazität geöffnet bleiben.

LITAUEN: Das Land beschränkt vorübergehend Veranstaltungen und Versammlungen an öffentlichen Orten. Sie sind in dem baltischen EU-Land von Freitag an mit Ausnahme von Sport- und Kulturveranstaltungen bis zum 13. November untersagt. Für Sport- und Kulturveranstaltungen gelten in den zwei Wochen dabei Teilnahmebeschränkungen. Die drei größten Städte - Vilnius, Kaunas und Klaipeda (Memel) - stehen seit Mittwoch unter Quarantäne. Hier gelten eine Maskenpflicht in nahezu allen öffentlichen Räumen sowie strengere Einschränkungen für das Kultur-, Freizeit-, und Sportleben.

LETTLAND: Die Regierung in Lettland setzte am Dienstag die erlaubte Teilnehmerzahl bei privaten Feiern auf zehn Personen herab. An öffentlichen Veranstaltungen dürfen im EU-Land künftig nicht mehr als 300 Personen teilnehmen. Beide Regeln gelten von Freitag an für den Innen- und Außenbereich.

  • Video: Birgit Schwarz und Cornelia Primosch analysieren warum in Deutschland und Frankreich harte Maßnahmen gegen Corona gesetzt werden:

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