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Weltspiegel

10.000 neue Fälle: Ärzte rufen Italiener zu "freiwilligem" Lockdown auf

Von nachrichten.at/apa   16. Oktober 2020 20:56 Uhr

(Symbolbild)

ROM. Am Freitag ist in Italien eine Rekordzahl von mehr als 10.000 Corona-Infektionen an einem Tag gemeldet worden. Die italienischen Hausärzte haben die Italiener daher aufgerufen, sich freiwillig einem "Lockdown" zu unterziehen.

10.010 neue Fälle wurden registriert, so viele wie noch nie binnen 24 Stunden. Am Vortag waren es 8.804 Neuinfektionen gewesen. Zudem gab es am Donnerstag 55 zusätzliche Todesopfer, am Donnerstag waren es sogar 83. Die Zahl der Corona-Toten in Italien seit Beginn der Epidemie im Februar stieg somit auf 36.427.

Die Zahl der bestätigten aktiven Fälle kletterte am Freitag auf 107.312, jene der in Spitälern behandelten Covid-19-Patienten stieg von 5.796 auf 6.178, teilte das italienische Gesundheitsministerium mit. In Quarantäne befinden sich derzeit 100.496 Personen. Auf Intensivstationen lagen 638 Patienten, am Vortag waren es 585.

Angesichts der zunehmenden Zahl von Infektionen in Italien wird die Einrichtung von Sperrzonen in besonders stark betroffenen Provinzen nicht ausgeschlossen. Bisher hatte Premier Giuseppe Conte einen Lockdown auf gesamtstaatlicher Ebene wie im März und April verneint. Eine Verschärfung der restriktiven Maßnahmen wird inzwischen nicht mehr ausgeschlossen.

"Kontakte auf Minimum reduzieren"

Die italienischen Hausärzte haben die Italiener unterdes aufgerufen, sich freiwillig einem "Lockdown" zu unterziehen. "Die Bürger sollten die Notwendigkeit eines freiwilligen Lockdowns in Erwägung ziehen. Natürlich muss man arbeiten, doch alles, was nicht notwendig ist, sollte im Namen der öffentlichen Gesundheit geopfert werden", sagte Silvestro Scotti, Chef der Verbands der italienischen Hausärzte FIMMG.

"Auch wenn die Behörden keinen Lockdown beschließen, sollten die Bürger den Ernst der Lage begreifen. Dies bedeutet, Kontakte aufs Minimum zu reduzieren. Zum Beispiel könnte ein einziges Familienmitglied nur einmal die Woche einkaufen gehen. Auch Kontakte zu Freunden und Angehörigen sollten wenn möglich vermieden werden", so Scotti.

Ärzte fordern restriktivere Maßnahmen

Nachdem in Italien am Freitag erstmals die Schwelle von 10.000 Neuansteckungen pro Tag überschritten wurde, forderte der Verband der italienischen Ärzte (FNOMCEO) die Regierung in Rom zur Ergreifung weiterer restriktiver Maßnahmen im Kampf gegen die Epidemie auf. Die Zahl der Patienten auf den Intensivstationen nehme rasch zu und sei bereits in einigen Regionen des Landes problematisch. Daher müsse man die Zahl der Neuansteckungen eingrenzen, forderte der Verband.

"Ich habe Premier Giuseppe Conte um ein Treffen gebeten, um auf gesamtstaatlicher Ebene neue Maßnahmen zur Begrenzung der Ansteckungen zu beschließen", betonte Tourismus- und Kulturminister Dario Franceschini vo der sozialdemokratischen Regierungspartei PD (Partito Democratico). Außenminister Luigi Di Maio von der Fünf-Sterne-Bewegung rief die Italiener auf, den Mut nicht zu verlieren. Bald werde der Impfstoff gegen das Covid-19 auf den Markt kommen. 

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