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Weltspiegel

Abholzung der Wälder Hauptursache für schwere Überschwemmungen im Iran

Von Michael Wrase   04. April 2019 00:04 Uhr

Abholzung der Wälder Hauptursache für schwere Überschwemmungen im Iran
Rettung vor den Fluten

TEHERAN. Nach zwei Jahrzehnten der Dürre wird der Iran von einer Flutkatastrophe heimgesucht. 23 der 31 Provinzen des Landes von der Katastrophe betroffen.

Von den schweren Regenfällen, die auch in den kommenden Tagen anhalten sollen, sind 23 der 31 Provinzen des Landes betroffen. Mehr als 80.000 Menschen mussten ihre Häuser verlassen oder wurden zwangsevakuiert, nachdem Flüsse über die Ufer traten und Dämme zu brechen drohten.

Als "völlig kritisch" bezeichnete das iranische Staatsfernsehen die Lage in der südwestiranischen Provinz Lorestan, deren Hauptstadt Khorramabbad von einer drei Meter hohen Flutwelle überschwemmt wurde. Auch der Flughafen der Stadt wurde überschwemmt und die Luftverbindung der Provinz zum Rest des Landes unterbrochen.

In den Fernsehnachrichten wurden Bilder von eingestürzten Brücken sowie von Öl - und Gaspipelines gezeigt, die durch Überschwemmungen zerstört wurden. Auch die Eisenbahnlinie von Teheran in die südiranische Provinz Chusistan ist durch Hochwasser blockiert.

Bei der dritten Hochwasserkatastrophe innerhalb von nur zwei Wochen kamen bisher fast 60 Menschen ums Leben. Mehr als 40 werden vermisst. Die Gesamtschäden sollen sich nach Erkenntnissen des iranischen Landwirtschaftsministers Mahmoud Hojjati auf rund 100 Millionen Euro belaufen.

Iranische Umweltexperten sind der Ansicht, dass die Abholzung von Wäldern die Hauptursache für die schweren Überschwemmungen ist. Die weit verbreitete und unregulierte Entwaldung habe etwa die Hälfte der Wälder im Westen und Norden des Landes zerstört, berichtet die iranische Organisation für natürliche Ressourcen und Forstwirtschaft. So habe sich in den vergangenen 40 Jahren die nördliche Waldfläche von 3,6 Millionen Hektar auf 1,8 Millionen Hektar reduziert.

Sanktionen behindern Rettung

Die iranische Regierung beklagte sich gestern darüber, dass die gegen das Land verhängten US-Sanktionen die Arbeiten der Rettungsmannschaften massiv erschwerten. Es fehlten Helikopter sowie Ersatzteile für die Fluggeräte, die unter das Embargo fallen. Auch Geldspenden aus dem Ausland würden wegen der gegen iranische Banken verhängten Sanktionen den Iran nicht erreichen, kritisierte der Präsident des iranischen Roten Halbmondes, Ali Asghar Peyvandi. Der iranische Außenminister Mohammad Jawad Zarif warf der US-Regierung in einer Twitter-Meldung "Wirtschaftsterrorismus" vor.

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