Lade Inhalte...

Weltspiegel

Papst zu Missbrauchsskandal: „Die Sünde existiert im Kircheninneren“

12. Mai 2010 00:04 Uhr

Papst zu Missbrauchsskandal: „Die Sünde existiert im Kircheninneren“
Während der Papst den Missbrauchsskandal erschreckend findet, wurde Bischof W. Mixa entlastet.

LISSABON/MÜNCHEN. Papst Benedikt XVI. hat den Missbrauchsskandal in der katholischen Kirche erneut scharf verurteilt und beklagt. Die Missbrauchsfälle seien innerhalb der Kirche entstanden, nicht außerhalb, sagte er gestern auf dem Flug nach Portugal.

Benedikt XVI. setzte sich für eine tiefgreifende Säuberung und Buße innerhalb der Kirche ein, es müsse aber auch Gerechtigkeit und Verzeihen geben. Die Kirche habe schon immer unter inneren Problemen zu leiden gehabt. Aber, „heute sehen wir in wirklich erschreckender Weise, dass die größte Verfolgung der Kirche von Feinden nicht von außerhalb kommt, sondern aus der Sünde innerhalb der Kirche entsteht“, sagte der Papst laut Kathpress.

Dabei bezog er sich auf die Krise, die durch sexuellen Missbrauch Minderjähriger durch Kleriker ausgelöst wurde. „Die Leiden der Kirche kommen gerade aus dem Innern. Die Sünde existiert im Innern der Kirche“, sagte der Papst. Nötig seien die Bereitschaft zu Buße und Reinigung, aber auch zu einer juristischen Aufarbeitung und Vergebung, sagte der Papst. Man müsse realistisch sein und anerkennen, dass es immer „Attacken des Bösen“ geben werde; am Ende sei Christus aber stärker, sagte der Papst.

Unterdessen wurden gestern Zweifel an der Substanz der Missbrauchsvorwürfe gegen den zurückgetretenen Augsburger Bischof Walter Mixa laut. Der mit den Vorermittlungen befasste Ingolstädter Leitende Oberstaatsanwalt Helmut Walter sagte, die Hinweise reichten nicht aus, um einen „konkreten Straftatbestand zu benennen“. Auch sei seiner Behörde bisher kein mögliches Opfer namentlich bekannt.

Am Samstag hatte ein anonymes Internetportal den Namen und Bilder des angeblichen Opfers enthüllt. Der junge Mann schaltete daraufhin einen Rechtsanwalt ein und ließ den Vorgang umfassend dementieren. Weder sei er von Mixa missbraucht worden, noch habe er entsprechende Vorwürfe erhoben.

Kritik an Kardinal Schönborn

Kircheninterne Kritik gibt es jetzt am Wiener Erzbischof Christoph Schönborn. Dieser hatte laute einem Medienbericht den früheren vatikanischen Kardinalstaatssekretär Angelo Sodano scharf attackiert, weil dieser während seiner Amtszeit die Ermittlungen gegen den früheren Wiener Erzbischof Hans Hermann Groer behindert haben soll. Kurienkardinal Jose Saraiva Martins gab in einem Interview zu, dass man stets die Wahrheit suchen müsse und Schönborns Absichten ehrlich seien. Schönborn habe jedoch mit der öffentlichen Kritik der „Kirche keinen guten Dienst erwiesen“.

Lädt
turned_in

info Mit dem Klick auf das Icon fügen Sie das Schlagwort zu Ihren Themen hinzu.

turned_in

info Mit dem Klick auf das Icon öffnen Sie Ihre "meine Themen" Seite. Sie haben von 15 Schlagworten gespeichert und müssten Schlagworte entfernen.

turned_in

info Mit dem Klick auf das Icon entfernen Sie das Schlagwort aus Ihren Themen.

turned_in

Fügen Sie das Thema zu Ihren Themen hinzu.

mehr aus Weltspiegel

1  Kommentar expand_more 1  Kommentar expand_less