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Weltspiegel

Obama schenkt Manning die Freiheit

Von Thomas Spang aus Washington   19. Januar 2017 00:04 Uhr

Obama schenkt Manning die Freiheit
Kommt frei: Chelsea Manning

Die "Whistleblowerin" verbüßt wegen Geheimnis-Weitergabe an Wikileaks 35-jährige Haftstrafe.

Speaker Paul Ryan schäumt vor Wut. "Das ist unerhört", kommentiert der Führer der Republikaner im Kongress die Entscheidung des Präsidenten, Chelsea Manning (29) nach sieben Jahren hinter Gittern zu begnadigen. In einer seiner letzten Amtshandlungen reduzierte Barack Obama die Strafe für die Geheimnisverräterin, die nun im Mai auf freien Fuß kommt.

"Ihr Verrat hat amerikanische Leben aufs Spiel gesetzt und einige der sensibelsten Geheimnisse unserer Nation offengelegt", klagt Ryan, der Mannings Weitergabe von Informationen über die Kriege im Irak und in Afghanistan für den Rückgang der öffentlichen Unterstützung für das US-Engagement dort verantwortlich macht.

Die Unterstützer Mannings, die als Mann (Bradley) zur Welt kam und während ihrer Haft eine Geschlechtsumwandlung durchmachte, hatten die Strafe wiederholt als "exzessiv" kritisiert. Steven Aftergood, der sich bei der "Federation of American Scientists" auf das Thema "Whistleblower" spezialisiert hat, sieht in Obamas Entscheidung eine wichtige Korrektur und ein Signal. "Das System der Strafverfolgung ist hier zu weit gegangen."

Manning verbüßte einen Teil ihrer Haftstrafe in Einzelhaft. Wegen ihrer Geschlechtsumwandlung erlebte sie in Gefangenschaft erhebliche Härten. Der Folterbeauftragte der UNO kritisierte ihre Behandlung als "grausam, unmenschlich und entwürdigend".

2016 versuchte sich Manning zwei Mal das Leben zu nehmen. Bei ihrem Gnadengesuch an Obama übernahm sie noch einmal die Verantwortung für ihr Handeln.

Obama begnadigte auch den Ex-Vize-Chef des "Joint Chief of Staff", General James E. Cartwright. Dieser erwartete eine Gefängnisstrafe für die Weitergabe von Informationen über einen Cyber-Angriff der USA und Israels auf eine iranische Atom-Anlage an die Presse. Darüber hinaus wandelte er die Strafen für 273 Personen um, die wegen gewöhnlicher Verbrechen im Gefängnis sitzen.

Assange bleibt in der Botschaft

Trotz der Begnadigung Mannings will Julian Assange zunächst in der ecuadorianischen Botschaft in London bleiben. Zuvor hatte der Wikileaks-Gründer über die Enthüllungsplattform erklärt, er werde einer Auslieferung an die USA zustimmen, sollte Manning freikommen. Assange war vor mehr als vier Jahren in die Botschaft geflüchtet. Gegen den Australier liegt ein europäischer Haftbefehl wegen eines Vergewaltigungsvorwurfs in Schweden vor.

Er befürchtet, über Schweden an die USA ausgeliefert zu werden, wo ihm eine lange Haft wegen Geheimnisverrates drohen könnte.

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