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Weltspiegel

London: Zwei der drei Attentäter identifiziert

Von nachrichten.at/apa   05. Juni 2017 19:29 Uhr

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Bild 1/68 Bildergalerie: "One Love Manchester"-Benefizkonzert

LONDON. Zwei Tage nach dem Terroranschlag in London mit sieben Toten hat die britische Polizei zwei der drei mutmaßlichen Attentäter identifiziert.

Khuram Butt, 27, sei der Polizei und dem Inlandsgeheimdienst MI5 bereits bekannt gewesen. Es habe aber keine Hinweise auf einen Anschlag gegeben. Butt sei ein in Pakistan geborener Brite, teilte die Polizei am Montag mit.

Als zweiten Angreifer der London Bridge wurde Rachid Redouane genannt. Dieser sei nach eigenen Angaben marokkanischer und libyscher Abstammung.

Beide wohnten demnach im Ostlondoner Stadtteil Barking. Bisher seien zwölf Menschen im Zusammenhang mit dem Attentat vom Samstagabend festgenommen worden, sieben Frauen und fünf Männer. Je ein Mann und eine Frau seien wieder freigelassen worden. Zudem hätten Polizisten sechs Objekte durchsucht. Die Polizei rief die Bevölkerung dazu auf, sich mit Informationen zu den Verdächtigen an die Behörden zu wenden.

Die Angreifer selbst waren nach ihrer Tat von der Polizei erschossen worden. Drei Terroristen hatten am Samstagabend auf der London Bridge und am nahen Borough Market mindestens sieben Menschen getötet.

Am Sonntag teilten die Gesundheitsbehörden mit, dass noch 36 Verletzte im Krankenhaus behandelt würden. 21 von ihnen schwebten demnach in Lebensgefahr.

Zwei Deutsche verletzt

Laut dem deutschen Innenminister Thomas de Maiziere (CDU) wurden auch zwei Deutsche verletzt, einer von ihnen schwer. Frankreichs Außenminister Jean-Yves Le Drian will am Montag nach London reisen, um dort Angehörige der französischen Opfer des Anschlags zu treffen, wie aus seinem Umfeld verlautete. Unter den sieben Todesopfern ist auch ein Franzose, ein weiterer wird noch vermisst. Der kanadische Premierminister Justin Trudeau erklärte in Ottawa, es gebe auch ein kanadisches Todesopfer. Nach derzeitigen Informationen sind keine Österreicher unter den Opfern.

Augenzeugen berichteten, die Angreifer hätten "Das ist für Allah" gerufen. Acht Minuten nach dem ersten Notruf erschossen Polizisten die drei Männer, die Sprengstoffattrappen trugen. Acht Polizeibeamte hätten die "beispiellose" Zahl von 50 Schüssen auf die drei Angreifer abgegeben, teilte Mark Rowley von der Londoner Polizei mit. Dabei habe auch ein Unbeteiligter eine Schusswunde erlitten.

Nur Stunden nach dem Anschlag rückten Einsatzkräfte zu Razzien im multi-ethnischen Viertel Barking im Osten Londons aus. Dabei wurden sieben Frauen und fünf Männer im Alter zwischen 19 und 60 Jahren festgenommen. Einer der Festgenommenen, ein 55-jähriger Mann, wurde später wieder freigelassen.

May kündigte härte Gangart an

Nach den Anschlägen befürchtet die britische Premierministerin Theresa May eine weitere Terrorattacke in Großbritannien. Die Behörden schätzten die Gefahr für die nationale Sicherheit weiterhin als "schwerwiegend" ein, sagte May am Montag nach einem Krisentreffen mit Vertretern der wichtigen Sicherheitsbehörden in London. "Das bedeutet, dass ein terroristischer Angriff sehr wahrscheinlich ist."

May verurteilte den Terroranschlag vom Samstagabend als Attacke auf die freie Welt. "Das war ein Angriff auf London und auf das Vereinigte Königreich. Aber es war auch ein Angriff auf die freie Welt."  Theresa May kündigte zudem eine härtere Gangart im Anti-Terror-Kampf an

Wie schon beim Anschlag in Manchester setzten die britischen Parteien ihren Wahlkampf für die vorgezogene Parlamentswahl vorübergehend aus, nach Angaben Mays soll die Wahl aber wie geplant am Donnerstag stattfinden.

Video: Roland Adrowitzer erörtert, inwieweit die jüngsten Ereignisse den Wahlkampf in Großbritannien beeinflussen werden.

Als Zeichen der Solidarität mit London und seinen Bewohnern wurde in Berlin am Sonntagabend das Brandenburger Tor mit dem "Union Jack", der britischen Flagge, angestrahlt. Am Pariser Eiffelturm wurde die Beleuchtung in der Nacht ausgeschaltet.

Brandenburger Tor 

Das letzte Attentat in Großbritannien liegt gerade einmal zwei Wochen zurück: In Manchester hatte am 22. Mai ein Selbstmordattentäter nach einem Auftritt der US-Sängerin Ariana Grande 22 Menschen mit in den Tod gerissen. Bei einem Benefizkonzert in der nordenglischen Stadt gedachte Grande am Sonntagabend gemeinsam mit Kollegen wie Miley Cyrus und Justin Bieber sowie 50.000 Zuhörern der Opfer dieses Anschlags.

Zugleich wollten sie ein Zeichen gegen den Terror setzen. Das Konzert stand unter dem Motto "One Love Manchester".

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