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Kampf um letzte Rebellenhochburg: In Idlib droht "Mutter aller Schlachten"

31. August 2018 00:04 Uhr

Kampf um letzte Rebellenhochburg: In Idlib droht "Mutter aller Schlachten"
Rebellen wie Kämpfer der syrischen Regierungstruppen bereiten sich auf die "Mutter aller Schlachten" in der Provinz Idlib vor.

DAMASKUS. UN-Generalsekretär Guterres befürchtet "neue humanitäre Katastrophe" in syrischer Provinz

Seit Wochen rollen Panzer, Truppentransporter und Munitions-Lkw der Assad-Armee nach Norden. Ziel ist die an die Türkei grenzende Provinz Idlib, wohin sich die Verlierer im syrischen Bürgerkrieg zurückgezogen haben: 80.000 Rebellen, von denen mehr als die Hälfte vom Kaida-Ableger "Hayar Tahrir Al-Sham" kontrolliert werden. Dabei handle es sich um ein "eiterndes Geschwür", das "liquidiert" werden müsse, sagte Russlands Außenminister Sergej Lawrow.

Bereits vergangene Woche hatte US-Sicherheitsberater John Bolton gedroht, im Falle eines syrischen Giftgasangriffes in Idlib "extrem hart" zu reagieren. Ein solcher Angriff könnte von den Islamisten inszeniert werden, behauptete daraufhin das russische Verteidigungsministerium, das 12 mit Lenkwaffen ausgestattete Schiffe ins Mittelmeer geschickt hat.

Die Amerikaner brachten den Zerstörer "The Sulivans", mehrere Kriegsschiffe sowie zusätzliche B-1B-Bomber in Stellung.

Trotz der gewaltigen Militärpräsenz sei es aber kaum vorstellbar, dass "sich die beiden Supermächte wegen Syrien auf einen neuen Krieg einlassen werden", sagte Nahostexperte Günter Meyer den OÖN. Mit seinem Flottenaufmarsch wolle Putin Stärke demonstrieren, glaubt der Leiter des "Zentrums für Forschung zur arabischen Welt" an der Uni Mainz.

Laut Meyer sei mit einem Frontalangriff der Assad-Armee auf die Provinz Idlib vorerst aber nicht zu rechnen. Ziel dieser laut Assad-Regime "Mutter aller Schlachten" sei, mit massivem militärischen Druck eine Verhandlungslösung, also die Kapitulation der Milizen, zu erreichen. Im Süden von Syrien war dies im Juli gelungen. Tausende von Kämpfern wurden mit ihren Familien nach Idlib evakuiert, wo sie auch bleiben müssen: Denn die Türkei ist nicht bereit, sie aufzunehmen. Ankara fürchtet zudem eine neue Flüchtlingswelle. Bis zu 2,5 Millionen Zivilisten könnten sich Richtung Grenze bewegen, warnte UN-Generalsekretär Antonio Guterres vor einer "humanitären Katastrophe".

Diskussion um Assistenzeinsätze

Mit dem Flüchtlingsthema befassten sich gestern die EU-Verteidigungsminister in Wien. Dabei brachte Österreichs Ressortchef Mario Kunasek einen militärischen Assistenzeinsatz an den EU-Außengrenzen ins Spiel. Kunasek will das Modell, bei dem Soldaten die Polizei temporär beim Grenzschutz unterstützen, in die EU "exportieren". Die deutsche Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen lehnt dies allerdings ab.

Schon kommenden Montag wollen Recep Tayyip Erdogan, Wladimir Putin und Hassan Rouhani in Täbris (Iran) über die "syrische Nachkriegsordnung" sprechen. Ohne grünes Licht aus Moskau und Teheran, das ist sicher, wird Assad die Provinz Idlib nicht angreifen. (wrase)

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