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Weltspiegel

Hambacher Forst: Räumung nach Todesfall ausgesetzt

21. September 2018 00:04 Uhr

Hambacher Forst: Räumung nach Todesfall ausgesetzt
Ein Journalist stürzte 15 Meter in die Tiefe, die Rettungskräfte konnten nichts mehr für ihn tun.

DÜSSELDORF. Nordrhein-Westfalens Innenminister forderte die verbliebenen Waldbesetzer zum freiwilligen Abzug auf, "damit nichts passiert".

Nach dem Unfalltod eines Journalisten hat die Regierung des deutschen Bundeslands Nordrhein-Westfalen die umstrittene Räumungsaktion der Polizei im Braunkohlerevier Hambacher Forst vorerst gestoppt. "Wir können jetzt nicht einfach so weitermachen, ich kann das zumindest nicht. Wir können nicht einfach zur Tagesordnung übergehen", sagte Landes-Innenminister Herbert Reul (CDU) in der Nacht auf Donnerstag in Düsseldorf.

Zugleich forderte Minister Reul ein freiwilliges Ende der Waldbesetzung. Er appellierte an die noch verbliebenen Braunkohlegegner, ihre illegal errichteten Baumhäuser freiwillig zu verlassen, "damit nichts passiert".

Am Mittwoch ist ein junger Journalist durch die Bretter einer Hängebrücke zwischen zwei Baumhäusern gebrochen und 15 Meter in die Tiefe gestürzt, wie die Polizei mitteilte. Rettungskräfte konnten nichts mehr für ihn tun. Die Aachener Polizei sprach von einem "tragischen Unglücksfall".

39 von 51 Baumhäusern geräumt

Der Journalist habe seit Längerem das Leben der Aktivisten in den Baumhäusern dokumentiert. Es habe zum Unglückszeitpunkt keine Polizeimaßnahmen in der Nähe der Unglücksstelle und am Baumhaus gegeben, was auch die Aktivisten bestätigten. Der Reporter habe gerade seine volle Speicherkarte austauschen wollen, als er abstürzte.

Die Polizeiaktion, bei der Baumhäuser geräumt und abgerissen werden, hatte am vergangenen Donnerstag begonnen. Bis vorgestern waren laut Polizei 39 von 51 Baumhäusern geräumt. Die Waldbesetzer protestieren gegen das Vorhaben des Energiekonzerns RWE, weite Teile des Forstes abzuholzen. Es soll dort Braunkohle gebaggert werden.

Der Wald gilt als Symbol des Widerstands gegen die Kohle und die damit verbundene Klimabelastung. In bis zu 25 Metern Höhe hatten Aktivisten Baumhäuser gebaut. Sie halten den Wald so seit sechs Jahren besetzt.

Aus Sicht von RWE ist die Abholzung unvermeidbar, um die Stromproduktion in den Braunkohlekraftwerken zu sichern. Gegner der Rodung argumentieren, der Wald habe eine 12.000 Jahre lange Geschichte.

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