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Flug MH370: Militär-Radar ist kaum zu umgehen

Von Eike-Clemens Kullmann   18.März 2014

Flug MH370: Militär-Radar ist kaum zu umgehen
Rupert Stadlhofer

Der Fall der seit mehr als einer Woche in Südostasien verschwundenen Boeing 777 der Malaysia Airlines wird immer rätselhafter. Mittlerweile gehen Experten davon aus, dass absichtlich die Kommunikationssysteme an Bord der Maschine ausgeschaltet wurden. Aber wie ist das möglich, fragten die OÖNachrichten den Kommandanten der heimischen Luftraumüberwachung, Brigadier Rupert Stadlhofer.

OÖNachrichten: Welche Daten werden mit dem offensichtlich ausgeschalteten Transponder übermittelt?

Rupert Stadlhofer: Da gibt es das kooperative Verfahren. Das heißt, die Bodenstelle ist darauf angewiesen, dass der Pilot kooperiert. Dieser bekommt einen Zahlencode von der Flugsicherung und gibt diesen in den Transponder ein. Und dieser sendet bei Anfrage automatisch ein Antwortsignal aus. So wird festgestellt, welches Flugzeug es ist, aus welcher Richtung es kommt sowie in welcher Entfernung und Höhe es unterwegs ist.

Und diesen Transponder kann man leicht ausschalten?

Ja, das ist einfach mit dem On/off-Schalter.

Passiert das, ist das Flugzeug dann für alle unsichtbar?

Im kooperativen Verfahren ja. Es gibt aber noch das Non-kooperative- oder Primär-Verfahren, mit dem das Militär arbeitet. Damit sind wir nicht darauf angewiesen, dass der Transponder antwortet. Haben wir ein Ziel am Radar, ohne dass wir wissen, woher und wohin es kommt bzw. fliegt, starten wir die aktive Identifikation. Bei uns steigen dann je nach Geschwindigkeit des Flugobjektes die PC-7, die Saab 105OE oder die Eurofighter auf.

Kann dieses Primär-Radar umgangen werden?

Schwer. Ortsfeste Radaranlagen bei uns haben eine Reichweite von 470 Kilometer. Die Boeing war knapp 200 Kilometer vom Festland entfernt. Da müsste man schon den genauen Anlagen-Standort kennen, um diese zu umgehen.

Ist so etwas bei uns möglich?

Nein.

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29. November 2021