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Weltspiegel

Deutsche lagern in Russland tausende Tonnen Atommüll

16. Oktober 2009 00:04 Uhr

BERLIN. Giftige Abfälle aus der Herstellung atomarer Brennelemente werden von den Deutschen schon seit Jahren nach Russland entsorgt.

Bereits seit Mitte der 1990er-Jahre verschickt die deutsche Atomindustrie große Mengen gefährlicher Nuklearabfälle nach Russland. Die im westfälischen Gronau ansässige Firma Urenco gibt zu, insgesamt 27.300 Tonnen Uran an die russische Firma Tenex geliefert zu haben. Davon sollen dort noch 24.570 Tonnen liegen, was nach Angaben von Umweltschützern äußerst gefährlich ist, falls dieses Material so gelagert werde wie der französische Atommüll: in langsam vor sich hin verrottenden Containern unter freiem Himmel.

Käme ein solchermaßen verwahrter Stoff, nämlich Uranhexafluorid, mit der Luft in Berührung, würde die schwer ätzende Flusssäure entstehen. Davor muss sich in Deutschland niemand fürchten, und was in Russland damit passieren könnte, „das interessiert hierzulande niemanden mehr“, vermutet Jochen Stay, der Vertreter der deutschen Umweltschutzorganisation „ausgestrahlt“.

In Frankreich verfährt man mit dem nuklearen Müll ebenso (die OÖN berichteten). Nicht weniger als 13 Prozent des französischen Abfallprodukts würden jährlich an die Tenex geliefert, haben Reporter des TV-Senders „Arte“ und der Zeitung „Libération“ aufgedeckt und damit einen Sturm der Entrüstung in Frankreich hervorgerufen. Wie wird man in Deutschland reagieren? Die Menge des nach Russland entsorgten atomaren Mülls ist nämlich zehn Mal größer als die der Franzosen.

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