Lade Inhalte...

Weltspiegel

Bohrinsel-Arbeiter: „Streit, Schikanen und Sicherheitsmängel“

10. Juni 2010 00:04 Uhr

Bohrinsel-Arbeiter: „Es gab Streit, Schikanen und Sicherheitsmängel“
Wie alles begann: Plattform „Deepwater Horizon“ in Flammen.

Sieben Wochen nach der verheerenden Explosion der Öl-Bohrplattform „Deepwater Horizon“ erzählen Überlebende von Auseinandersetzungen vor der Katastrophe.

Am 22. April sank die Bohrinsel „Deepwater Horizon“ im Golf von Mexiko. Bisher gibt es keine offiziellen Untersuchungsergebnisse über die Hintergründe, die zu dem Unglück auf der Bohrinsel geführt haben. Doch Überlebende des Unglücks berichteten dem TV-Sender CNN von Schikanen und mangelnder Sicherheit.

Streit vor der Explosion

So soll es knapp vor der Explosion zu einen Streit zwischen Mitarbeitern von BP und dem Plattformbetreiber Transocean gekommen sein. Es ging dabei um die Art und Weise, wie die Bohrungen fortgeführt werden sollten. „BP hat den Streit gewonnen“, sagte Chefmechaniker Doug Brown.

BP-Verantwortliche hätten an jenem Tag von den Arbeitern verlangt, dass der schwere Schlamm, der auf dem Bohrloch lag, um ein zu rasches Ausströmen des Rohöls zu verhindern, entfernt und durch leichteres Meerwasser ersetzt wird. Das würde die Fördergeschwindigkeit erhöhen, argumentierte BP. Die Arbeiten lagen zu diesem Zeitpunkt fünf Wochen hinter dem Zeitplan, und die Bohrkosten betrugen 750.000 Dollar pro Tag.

Beeilung, denn Zeit ist Geld

BP habe die Bohrarbeiten hektisch abbrechen wollen, um teure Miete für die Plattform zu sparen, berichteten Zeugen. Die Arbeiter mussten sich beeilen – sie übersahen ein Leck im Bohrloch, Gas strömte aus und explodierte.

Überhaupt habe BP alle Warnungen in den Wind geschlagen. Vielmehr seien Mitarbeiter gefeuert worden, wenn sie Sicherheitsmängel ansprachen, die zu Verzögerungen bei den Bohrarbeiten geführt hätten, berichteten die Arbeiter. Keiner der Männer meinte, dass BP auf diese Katastrophe vorbereitet war: „Niemand glaubte, dass so etwas passieren kann.“

BP-Sprecher Robert Wine wollte zu den Vorwürfen nicht Stellung nehmen. Zuerst müssten die Untersuchungen abgeschlossen werden.

Vorgestern stellte die US-Regierung BP ein Ultimatum: Sie gibt dem Energiekonzern 72 Stunden Zeit, neue Vorschläge zur Bekämpfung der Ölpest vorzulegen. Zudem will US-Präsident Barack Obama kommenden Montag und Dienstag zum vierten Mal in die Ölpest-Region reisen.

3  Kommentare 3  Kommentare