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Wie KI den CO2-Fußabdruck wachsen lässt

Von Thomas Nigl, 06. Juli 2024, 15:54 Uhr
KI-Pacman
Stromfressende KI Bild: OÖNGrafik

KI-Training braucht leistungsstarke Rechenzentren – und diese brauchen vor allem eines: Strom

Der aktuelle KI-Boom bringt die Tech-Riesen in Bedrängnis, wenn es um das Erreichen ihrer Klimaschutzziele geht. Das zeigen die Beispiele Google und Microsoft, die kürzlich ihre Umweltberichte veröffentlichten. Aus diesen geht hervor, dass die Entwicklungen im Bereich der künstlichen Intelligenz und die dafür nötigen enormen Rechenleistungen die Treibhausgasemissionen in die Höhe schnellen lassen.

Google hat sich bereits vor Jahren ein ambitioniertes Ziel gesetzt. Bis 2030 will der Suchmaschinen-Gigant "Netto-Null-Emissionen" erreichen, also alle verursachten Treibhausgasemissionen durch Reduktionsmaßnahmen ausgleichen. Dazu zählt laut Google auch, dass man alle Anlagen weltweit rund um die Uhr mit CO2-freier Energie betreiben will.

Zahlen aus dem am Dienstag veröffentlichten hauseigenen Umweltbericht legen nahe, dass dies zur Herkulesaufgabe werden könnte. Denn bis zum Ziel, direkte und indirekte Treibhausgasemissionen bis 2030 um die Hälfte zu reduzieren, ist es noch "ein langer Weg", wie der Konzern im Bericht selbst zugibt. Dafür spricht auch, dass Googles CO2-Fußabdruck in den letzten Jahren nicht kleiner geworden ist – im Gegenteil. Seit 2019 sind die jährlichen Treibhausgasemissionen des Unternehmens um 48 Prozent gestiegen. Alleine im Vorjahr beliefen sich die Emissionen auf 14,3 Millionen Tonnen – ein Anstieg von 13 Prozent im Vergleich zum Jahr 2022.

Im Bericht liefert Google auch Erklärungen für diese steigenden Zahlen. Der erhöhte CO2-Ausstoß kommt demnach hauptsächlich vom hohen Energiebedarf in den Rechenzentren einerseits und von Emissionen in den Lieferketten andererseits. Laut einer Studie der Internationalen Energieagentur (IEA) waren Rechenzentren im Jahr 2022 für ein bis 1,3 Prozent des weltweiten Strombedarfs verantwortlich. Bis zu zehn Prozent davon sollen auf die Datacenter von Google entfallen, schätzt das Unternehmen.

Ein Blick in die Zukunft

Während Rechenzentren also schon ihrem Wesen nach Stromfresser sind, verstärkt die künstliche Intelligenz diesen Effekt noch einmal deutlich. "Während KI neue Lösungen für den Klimaschutz anbietet, bringt sie auch eine Klimabelastung mit", heißt es in dem Bericht. Dementsprechend ist der Stromverbrauch von Googles Rechenzentren im Vorjahr gegenüber 2022 um 17 Prozent gestiegen. Bei Google geht man davon aus, dass sich "dieser Trend in Zukunft fortsetzen wird".

Google verstärkt nach und nach seine Bemühungen im Bereich der künstlichen Intelligenz. Das KI-Modell Gemini wird in immer mehr Produkte integriert, auch die Suchmaschine wurde mit generativen KI-Elementen aufgefrischt. Es gibt derzeit keine Anzeichen dafür, dass diese Bemühungen in Zukunft eingeschränkt werden. Liest man Googles Umweltbericht, scheint eher das Gegenteil der Fall zu sein: "Unser Zugang wird sich weiterentwickeln und wir werden erhebliche Unsicherheiten zu bewältigen haben – einschließlich der Unsicherheit rund um die künftigen Umweltauswirkungen von KI, die komplex und schwierig vorherzusagen sind."

Microsoft investiert weiter

Dass KI-Entwicklungen zwar gute Werbung in eigener Sache, aber auch äußerst ressourcenintensiv sind, zeigt ein weiteres Beispiel: Microsoft. Auch der Windows-Konzern hatte kürzlich in seinem Umweltbericht mitgeteilt, dass die CO2-Emissionen im vergangenen Jahr 29 Prozent über dem Wert von 2020 lagen. Der Vergleich mit dem Jahr 2020 ist insofern brisant, weil Microsoft Anfang dieses Jahres das Versprechen abgab, bis 2030 CO2-negativ zu sein, also mehr Kohlendioxid aus der Atmosphäre zu entfernen, als man verursacht.

In der Zwischenzeit hat der Konzern Milliarden in den ChatGPT-Entwickler OpenAI und die Entwicklung generativer künstlicher Intelligenz investiert. Und auch hier sind es die Rechenzentren, die für einen Großteil des Stromverbrauchs verantwortlich zeichnen. Ein Ende ist bei dieser Entwicklung noch nicht in Sicht. Erst am Mittwoch kündigte Microsoft Investitionen in Höhe von 2,2 Milliarden Euro in Rechenzentren in der nordspanischen Region Aragon an.

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Autor
Thomas Nigl
Online- und Technik-Redakteur
Thomas Nigl
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1  Kommentar
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Peter2012 (6.492 Kommentare)
am 07.07.2024 07:33

Nicht nur die KI hat einen sehr großen CO2-Fußabdruck sondern auch Kryptowährungen!!!

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