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Taiwan stoppte Verkauf von Huawei-Smartphones wegen Namensstreits

Von nachrichten.at/apa   14. November 2019 13:23 Uhr

Huawei: "Wir installieren keine Hintertüren, um Daten abzusaugen"
Drei von zehn in Österreich verkauften Smartphones sind von Huawei. In allen drei heimischen Mobilfunknetzen ist Huawei-Technik verbaut.

TAIPEH / SHENZHEN. Wegen der Bezeichnung "Taiwan, China" in den Geräteeinstellungen hat Taiwan den Verkauf dreier Smartphone-Modelle des chinesischen Herstellers Huawei gestoppt.

Von diesem Donnerstag an sei der Verkauf der Huawei-Modelle P30, P30 Pro und Nova 5T verboten, teilte die taiwanesische Telekommunikationsagentur NCC mit. Die Darstellung Taiwans als Teil Chinas verletze "die Würde unseres Landes", hieß es.

Der Verkaufsstopp werde andauern, bis Huawei das Betriebssystem der Modelle überarbeite, teilte NCC mit. Die Bezeichnung "Taiwan, China" in den Menüpunkten "Zeitzonen" und "Kontakte" entspreche "nicht den Fakten". Die NCC habe "strenge Maßnahmen ergriffen, um die nationale Würde aufrechtzuerhalten". Der taiwanische IT-Konzern Xunwei Technologies teilte mit, er sei wegen des Streits mit Huawei im Gespräch.

Der Streit um die Landesbezeichnung Taiwans sowie der chinesischen Sonderverwaltungszonen ist nicht neu. Auf dem chinesischen Festland war Huawei - nach Samsung (Südkorea) der zweitgrößte Smartphone-Hersteller weltweit - in der Vergangenheit unter Beschuss geraten, weil Hongkong, Macau und die taiwanische Hauptstadt Taipeh in den Geräteeinstellungen einiger Smartphone-Modelle umgekehrt nicht als chinesische Städte bezeichnet worden waren.

Immer wieder sind auch ausländische Marken von dem Namensstreit betroffen. Im Oktober entschuldigte sich das französische Modehaus Dior offiziell bei China, nachdem eine Konzernmitarbeiterin bei einer Präsentation des Unternehmens in der Provinz Zhejiang eine China-Karte ohne Taiwan und Hongkong gezeigt hatte.

Die Beziehungen zwischen Taipeh und Peking haben sich zuletzt erheblich verschlechtert. Taiwan spaltete sich 1949 von China ab, erklärte jedoch nie formell seine Unabhängigkeit. Peking sieht die Pazifikinsel als abtrünnige Provinz, die eines Tages wieder mit dem Festland vereinigt werden soll - notfalls mit militärischer Gewalt. Seit dem Amtsantritt der Unabhängigkeitsverfechterin Tsai Ing Wen als taiwanesische Präsidentin 2016 hat Peking den wirtschaftlichen und militärischen Druck auf Taiwan stark erhöht.

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