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Spiele-Jahr endete mit Fiasko – Hoffen auf 2021

Von Thomas Nigl  25. Dezember 2020 06:51 Uhr

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Softwarefehler, Bugs, unzufriedene Kunden: Cyberpunk 2077 hat einen klassischen Fehlstart hingelegt.

Das heiß ersehnte Videospiel Cyberpunk 2077 wurde wegen grober Fehler vom Markt genommen – die OÖN blicken auf die Spiele-Highlights im neuen Jahr.

Es hätte eines der ganz großen Highlights des Spiele-Jahres 2020 werden sollen: Nach achtjähriger Entwicklung und drei Mal nach hinten verschobenem Veröffentlichungstermin erschien am 10. Dezember endlich das heiß ersehnte Cyberpunk 2077 für PC und Konsolen.

Doch die Jubelstimmung mündete schnell in Enttäuschung. Denn auch mehr als sieben Jahre nach Veröffentlichung des ersten Trailers mussten die Käufer feststellen, dass das Spiel noch immer nicht ganz fertig zu sein scheint. Zahlreiche Bugs und Softwarefehler ließen die Wogen in den sozialen Medien hochgehen. Unzählige Nutzer beklagten, dass das Spiel regelmäßig ihre Konsole abstürzen lasse. Als Tüpfelchen auf dem i erlitt eine Journalistin, die das Spiel vor der Veröffentlichung testete, während des Spielens einen epileptischen Anfall, der durch Szenen im Spiel ausgelöst worden sein soll. Das polnische Entwicklerstudio CD Projekt Red hatte auf solche Trigger-Effekte im Spiel hingewiesen und generell wird bei Videospielen immer wieder eine Warnung für Epileptiker ausgesprochen. Für Cyberpunk 2077 war es aber noch mehr schlechte Werbung zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt. Das Studio betonte, es werde nach einer „dauerhafteren Lösung“ gesucht, um das Gesundheitsrisiko „so schnell wie möglich“ in den Griff zu bekommen.
Die Höchststrafe für CD Projekt Red folgte schließlich am vergangenen Freitag, als Sony bekannt gab, das Spiel nach den zahlreichen Protesten, die vor allem die Playstation-4-Version des Spiels betrafen, aus dem Playstation Store zu nehmen und somit den digitalen Vertrieb bis auf Weiteres einzustellen. Der Playstation-Konzern sah sich sogar genötigt, enttäuschten Kunden den Kaufpreis für das Spiel zu erstatten.

Presse im Dunklen gelassen

Freilich ist es nicht zum ersten Mal passiert, dass ein Spiel bei der Veröffentlichung noch einige Fehler aufweist. Hier sei an Titel wie Skyrim oder Fallout 4 erinnert, die in ihrer Urfassung etliche Programmfehler enthielten. Wie bei diesen Spielen ist auch bei Cyberpunk 2077 davon auszugehen, dass CD Projekt Red die Fehler mittels Updates beheben wird.
Doch das Entwicklerstudio hat sich noch aus einem anderen Grund nicht gerade mit Ruhm bekleckert. Wie bei großen Produktionen üblich, durfte die Presse das Spiel vor der Veröffentlichung ausgiebig testen – und kam dabei überwiegend zu einem positiven Urteil. Der Haken an der Sache: Rezensenten durften ausschließlich die PC-Version ausprobieren und diese läuft – das Vorhandensein eines starken Gaming-PCs vorausgesetzt – wesentlich besser als auf den Konsolen. Der Verdacht liegt also nahe, dass die Cyberpunk-Entwickler die Fachpresse mit Absicht im Dunklen tappen lassen wollten. Bereits im Jänner hatte man – wohl fälschlicherweise – davon gesprochen, dass das Spiel „vollständig und spielbar“ sei.
Doch mittlerweile haben sich die Probleme beim Spiel sowieso herumgesprochen und CD Projekt Red kommt weiter nicht zur Ruhe. Anfang der Woche beklagten Nutzer, dass sie ab einer bestimmten Dateigröße ihr Spiel nicht mehr abspeichern könnten und sie so ihren Spielfortschritt verlieren würden. Außerdem wurde bekannt, dass Investoren aufgrund der selbst verschuldeten Turbulenzen eine Klage gegen das Entwicklerstudio in Betracht ziehen. Und nicht zuletzt meldeten sich Entwickler zu Wort, die am Spiel gearbeitet haben. Sie beschwerten sich darüber, dass es vom CD-Projekt-Vorstand stets unrealistische Deadlines gegeben habe. Zudem mussten viele Mitarbeiter vor der Veröffentlichung in Sechs-Tage-Wochen arbeiten.

CD Projekt Red blieb nur, sich für das Cyberpunk-Fiasko zu entschuldigen und Besserung zu geloben. In den kommenden Monaten sollen die Fehler im Spiel mit großen Updates behoben werden. Und auch die Veröffentlichung des Spiels für die neuen Konsolengenerationen von Playstation und Xbox steht noch aus. Im Jänner soll es so weit sein – es bleibt zu hoffen, dass dann alles mit weniger Wirbel vonstattengeht.

Spiele-Highlights im neuen Jahr

Wer sich eine der neuen Spielekonsolen von Sony und Microsoft sichern will, braucht aktuell noch etwas Geduld. Beide Geräte waren in den letzten Tagen und Wochen häufig vergriffen. Doch Nachschub ist auf dem Weg, versprechen die Entwickler.
Und weil zu einer Konsole auch Spiele gehören, liefern wir hier einen Überblick über jene Titel, auf die wir uns im Jahr 2021 freuen dürfen:

  • Horizon Forbidden West: Die Fortsetzung von Horizon Zero Dawn verspricht abermals eine spannende Science-Fiction-Erzählung. Erscheint in der zweiten Jahreshälfte für PS4 und PS5.
  • Final Fantasy 16: Eines der bekanntesten Rollenspiele bekommt eine Neuauflage exklusiv für die PS5 – Details zur Veröffentlichung folgen 2021.
  • Gran Turismo 7: Sonys Rennspielklassiker ist für 2021 für die PS5 angekündigt.
  • GTA 5: Das 2013 erschienene Open-World-Spiel wird es auch auf der PS5 geben.
  • The Witcher 3: Das Rollenspiel soll ebenfalls 2021 für PS5 und Xbox Series X erscheinen.
  • Resident Evil: Village wird auch für beide Konsolen erscheinen.
  • Far Cry 6: Ursprünglich schon für Februar angekündigt, mussten die Entwickler den Termin wegen der Coronakrise verschieben. 2021 soll es aber jedenfalls so weit sein – für PS5 und Xbox Series X.

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