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Handys: Teurer, besser und unnötig

Von Leander Bruckbög  22. Februar 2020 00:04 Uhr

Handys: Teurer, besser und unnötig
Preisentwicklung der Top-Handys von Apple und Samsung

Nicht nur wegen steigender Preise muss man heutzutage kein Top-Handy mehr kaufen.

Smartphones werden teurer. Besonders im Flaggschiff-Bereich verlangen die großen Hersteller immer mehr Geld für ihre Geräte. Wie in der Grafik rechts zu sehen, kosteten die gängigsten Modelle von Apples iPhone und Samsungs Galaxy S-Reihe vor zehn Jahren zwischen 600 und 650 Euro, aktuell liegt der Listenpreis bei 799 bzw. 899 Euro – ein Preisanstieg von gut einem Drittel. Dazu haben viele Firmen mittlerweile noch kostspieligere Modelle im Angebot, meist mit dem Zusatz Pro oder Plus versehen. So kostete 2010 Apples teuerstes Handy – das iPhone 4 mit 32 Gigabyte Speicher – 739 Euro Liste, heute schlägt das iPhone 11 Pro Max (512 GB) mit 1649 Euro zu Buche. Bei anderen Herstellern sieht es ähnlich aus. Wer heute das beste Handy mit allen neuen Funktionen haben möchte, muss deutlich mehr ausgeben als noch vor wenigen Jahren. Die früheren High-End-Modelle sind zur oberen Mittelklasse geworden.

Kunden kaufen seltener

Die Kunden wissen das und kaufen deutlich seltener neue Handys. Anfang 2000 war es üblich, das Handy jährlich zu wechseln, vor allem bedingt durch die Geräte-Preisstützung der Netzbetreiber. In der Smartphone-Ära, die 2007 mit dem ersten iPhone begann, etablierte sich bei den meisten Nutzern ein Zwei-Jahres-Rhythmus. Mittlerweile verwenden viele Nutzer ihre Handys noch länger.

In Kombination mit hoher Marktsättigung und steigenden Gerätepreisen lässt das die Verkaufszahlen im Hochpreissegment seit Jahren sinken. Zudem ist die Leistungsexplosion der frühen Smartphone-Zeit längst Geschichte. Neue Handys sind zwar immer noch besser, schneller und bieten mehr Funktionen, ohne direkten Vergleich ist es aber mittlerweile kaum merkbar, ob Sie nun ein Handy von heuer oder von vor zwei Jahren in der Hand halten. Im Gegensatz zu früher ist es für die meisten Nutzer auch nicht mehr notwendig, ein Gerät der Oberklasse zu kaufen. Selbst Mittelklasse-Modelle sind heute so gut ausgestattet, dass sie oft mit Top-Handys der Vorgänger-Generation mithalten können.

Die Hersteller sind daher auf der Suche nach dem nächsten großen Ding, das alle Kunden haben möchten. Aktuell ruhen die Hoffnungen vor allem auf 5G-Unterstützung und faltbaren Displays. 5G ist der neue Mobilfunkstandard und derzeit in der Aufbauphase. Wer sein Handy zukunftssicher machen will, muss mit etwa 100 Euro Aufpreis dafür rechnen. Wirklich notwendig ist das jetzt noch nicht. Noch weniger notwendig sind faltbare Bildschirme, diese bieten dafür ein richtig neues Smartphone-Erlebnis mit Wow-Faktor. Die neue Technologie ist natürlich nicht preiswert, Geräte mit Falt-Display kosten etwa 1500 bis 2000 Euro.

Handys werden also teurer. Es ist aber absolut nicht mehr notwendig, sich das beste Modell zu kaufen, um mit dem neuen Smartphone glücklich zu werden. Und wer unbedingt ein absolutes High-End-Gerät haben möchte, hat so viel Auswahl wie nie zuvor.

Artikel von

Leander Bruckbög

Redakteur Technik

Leander Bruckbög
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