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Digitaler Euro: Privatsphäre an erster Stelle

17. April 2021 00:04 Uhr

Digitaler Euro: Privatsphäre an erster Stelle
Die Zentrale der Europäischen Zentralbank in Frankfurt: Hier berät die EZB über den digitalen Euro.

FRANKFURT. Die Europäische Zentralbank veröffentlichte die Ergebnisse einer Umfrage zum digitalen Euro unter 8200 Befragten in Europa – auch Sicherheit, Kostenfaktoren und Offline-Nutzung sind den Bürgern wichtig.

Privatsphäre und Datenschutz: Das sind die Ergebnisse einer Umfrage, was Verbrauchern und Fachleuten bei einem so genannten "digitalen Euro" am wichtigsten wäre. Überlegungen, diesen in den kommenden Jahren einzuführen, hegt die Europäische Zentralbank, die auch die Umfrage unter 8200 Befragten durchgeführt hat. Seit dieser Woche liegen nun die Resultate vor.

Demnach steht der Datenschutz für 42 Prozent der Befragten ganz oben auf der Wunschliste. Es folgen der Bereich Sicherheit (18 Prozent), die Möglichkeit zur Zahlungsabwicklung im gesamten Währungsraum (elf Prozent), der Kostenfaktor (neun Prozent) und die Möglichkeit zur Offline-Nutzung unabhängig vom Internet (acht Prozent).

Vier Prozent der Befragten waren Privatleute, die übrigen Teilnehmer waren Experten aus Branchen wie Banken, darunter Zahlungsdienstleister, Händler und Technologieunternehmen. Fast die Hälfte der Antworten kam aus Deutschland, 15 Prozent aus Italien und elf Prozent aus Frankreich. "Ein digitaler Euro kann nur erfolgreich sein, wenn er den Bedürfnissen der Europäer entspricht", so EZB-Direktor Fabio Panetta zu den Ergebnissen. "Wir werden unser Bestes tun, um sicherzustellen, dass ein digitaler Euro die Erwartungen der Bürger erfüllt, die in der öffentlichen Konsultation hervorgehoben wurden."

Der digitale Euro soll in einer Art virtueller Geldbörse aufbewahrt werden. Das Geld wird etwa bei Käufen mittels eines einfachen Verfahrens, zum Beispiel durch eine App oder einen QR-Code, in die Kasse des Verkäufers wandern. Dies soll sowohl online als auch offline möglich sein, ohne Internet etwa durch Bluetooth oder andere technische Lösungen. E-Euros sollen auf einem separaten Konto verbucht werden können, also getrennt von den Einlagen auf einem normalen Girokonto. Faktisch soll dieses Konto bei der EZB liegen, doch von den Geschäftsbanken verwaltet werden. Der normale Verbraucher wird also wie beim Bar- und Buchgeld keinen direkten Zugang zur EZB haben.

Etwa ein Viertel der Befragten ist der Ansicht, dass ein digitaler Euro grenzüberschreitende Zahlungen schneller und billiger machen sollte. Sie wollen, dass der digitale Euro auch außerhalb des Euroraums genutzt werden könne, wenn auch mit Einschränkungen.

"Bargeldähnliche Funktion"

Die EZB erhielt nach eigenen Angaben viele technische Vorschläge von den Befragten. Laut einem Viertel der Befragten würden Endnutzerlösungen mit (Smart-)Cards oder einem sicheren Element in Smartphones bevorzugt werden, um bargeldähnliche Funktionen zu ermöglichen.

Fast die Hälfte der Befragten erwähnt die Notwendigkeit von Haltelimits, gestaffelten Vergütungen oder einer Kombination aus beidem, um die Menge der im Umlauf befindlichen digitalen Euro zu steuern. Ein ähnlicher Anteil der professionellen Befragten stimmte dem zu.

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