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Deutsch und Dialekt fordern Googles Übersetzer heraus

Von Martin Roithner  14. August 2022 11:03 Uhr

Deutsch und Dialekt fordern Googles Übersetzer heraus
Google Translate lernt permanent dazu, hat aber noch Aufholbedarf.

338 Millionen Suchanfragen verzeichnet Google Translate pro Monat und ist damit die weltweit beliebteste Übersetzungssoftware. Doch wie genau ist das Programm wirklich?

Das hat nun das auf Online-Sprachkurse spezialisierte Unternehmen Preply unter die Lupe genommen. Für die Studie wurden literarische Texte, geschäftliche Websites und umgangssprachliche Ausdrücke vom Englischen ins Deutsche, Italienische und Spanische übersetzt – und umgekehrt. Anschließend verglichen die Studienautoren die Ergebnisse mit dem Wissen bilingualer Sprachexperten.

Prinzipiell werde Googles Übersetzungsprogramm immer besser, auch dank der ständigen Verbesserung der künstlichen Intelligenz. Je komplexer die Sprache sei und je häufiger umgangssprachlich gesprochen werde, umso häufiger könne der Einsatz von Google Translate allerdings zu massiven Missverständnissen führen. Auch Redewendungen können der Software Probleme bereiten: Taucht beispielsweise "Hals- und Beinbruch" in einem Satz auf, traten in zehn analysierten Wörtern fast drei Fehler auf.

Italienisch am schwierigsten

Am besten schneidet Google Translate ab, wenn es gilt, literarische Vorlagen zu übersetzen. In dieser Kategorie entfallen auf zehn Wörter 0,36 Fehler. Bei geschäftlichen Websites sind es 0,56 Fehler, bei umgangssprachlichen Ausdrücken 2,77.

Bei den Sprachen gelten Italienisch und Deutsch als größte Herausforderungen für die Software. Im Durchschnitt kommen auf zehn ins Italienische übersetzte Wörter 0,59 Fehler und eine niedrige Bewertung der Lesbarkeit von 4,5 von 10, was auf eine schlechte Satzstruktur zurückzuführen ist.

Bei Deutsch liegt die durchschnittliche Anzahl der Fehler bei 0,54, die Lesbarkeitsbewertung kommt auf 6,8 von 10.

Sprachen wie Spanisch oder Englisch sind für Google Translate hingegen vergleichsweise einfach zu übersetzen. Dies deshalb, weil der Algorithmus mehr Zugang zu englischen und spanischen Dokumenten aus dem Internet hat und dadurch rascher lernt. Englisch und Spanisch gehören neben Chinesisch und Hindi zu den meistgesprochenen Sprachen der Welt.

Artikel von

Martin Roithner

Redakteur Wirtschaft

Martin Roithner

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