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Society & Mode

Udo Walz, der Feind der Dauerwellen, wird 75

Von OÖN   25. Juli 2019 00:04 Uhr

Udo Walz, der Feind der Dauerwellen, wird 75
Bis nach Hollywood reicht die Liste der prominenten Kunden von Udo Walz. (APA)

Romy Schneider war seine Lieblingskundin, Angela Merkel verdankt dem Star-Friseur ihren "Look"

Es gab eine Zeit, in der Angela Merkels Haarschnitt das Lieblingsmotiv der Karikaturisten war. Daran erinnert sich heute kaum noch jemand – Udo Walz sei Dank. In kleinen Schritten und mit gekonnten Schnitten holte der Friseur die Haare der Kanzlerin aus den Schlagzeilen. Walz, Feind der Dauerwelle und Freund diskreter Haareingriffe, feiert am Sonntag, 28. Juli, seinen 75. Geburtstag.

Wie ein König sitzt Walz auf dem Sessel in seinem Berliner Salon am Kurfürstendamm und beäugt seine Mitarbeiter beim Lockenwickeln und Stufenschneiden. Quer durch den Raum ruft er dem Nachwuchs Anweisungen zu und versucht dabei vergeblich, streng auszusehen. Er lebe ja sehr in Demut, sagt er und blickt auf die Porträts, die im Salon hängen. "Das war meine Lieblingskundin", sagt er und zeigt auf Romy Schneider. "Sie hat mich sehr geschätzt, weil ich die Presse nie anrief, wenn sie da war." Der Meister hatte sie schon alle – noch bevor er zum Coiffeur der Berliner Republik aufstieg: Marlene Dietrich, Claudia Schiffer, Julia Roberts, Jodie Foster. Bis nach Hollywood reicht die Liste seiner prominenten Kunden.

"Ich war nicht talentfrei", sagt der gebürtige Waiblinger, wenn er von seinem Aufstieg erzählt, der allerdings keineswegs vorgezeichnet war. Dass er überhaupt die Gesellenprüfung schaffte, verdankt er dem gnädigen Urteil seiner Prüfer, die ihn gerade noch bestehen ließen – als drittschlechtesten unter 600 Prüflingen. Nach Abschluss seiner Ausbildung hielt es den jungen Schwaben nicht länger im Ländle. Über Umwege landete er im Schweizer Nobelort St. Moritz, wo er sich "Monsieur Boris" nannte, weil das besser klang als Udo. Kurze Zeit später saß Marlene Dietrich auf seinem Stuhl und ließ sich die Haare von dem 18-Jährigen richten.

Während der gesellschaftlich turbulenten 60er-Jahre zog es Walz zurück nach Berlin, auf den ersten Salon 1968 am Kudamm folgten später weitere – bis nach Mallorca.

Das Wort Ruhestand kommt Udo Walz nicht in den Sinn – ebenso wenig wie einer Kundin eine Dauerwelle zu machen. "Wenn das rauswächst, sieht das immer schrecklich aus." Deshalb seien Frauen mit Dauerwellen nie zufrieden damit.

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