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Society & Mode

Hauptsache gemütlich? Heute ist der Tag der Jogginghose

Von Valerie Hader  21. Januar 2021 13:53 Uhr

Hauptsache gemütlich? Heute ist der Tag der Jogginghose

Die Coronakrise hat den Siegeszug der Schlabberhose noch einmal befeuert

Ob man sie nun schön findet oder nicht. Fakt ist: Die Jogginghose erfreut sich schon seit langem ungebrochener Beliebtheit. Dank Lockdown und Homeoffice hat sich das im Corona-Jahr noch einmal gesteigert. Denn es gab in den vergangenen Monaten wohl niemanden, der nicht zumindest hin und wieder in das bequeme Kleidungsstück geschlüpft ist. Sogar Vogue-Chefin Anna Wintour postete ein Bild von sich in Jogginghose.

"Kein Wunder, denn was wir jetzt am wenigsten brauchen, ist, dass uns auch noch das Gewand zwickt und einengt", sagt die Linzer Stilberaterin Martina Rieder-Thurn (www.image-consulting.at).

Geschmacksache, oder?

Ist das nun ein Sieg der Gemütlichkeit oder modische Zumutung? "Wie bei vielem liegt auch hier der Teufel im Detail", sagt Rieder-Thurn. "Da kommt es natürlich auf das Modell an: je hochwertiger der Stoff, desto citytauglicher das Outfit. Außerdem liebe ich Stilbrüche und das funktioniert mit Jogginghose wunderbar. Damen kombinieren sie etwa mit einer edlen Bluse und Blazer, Herren mit Rollkragenpulli und Sakko" rät die Stilberaterin.

Für den Linzer Designer Gottfried Birklbauer haben Jogginghosen nur zu Hause oder beim Sport ihre Berechtigung. "Selbst im Homeoffice sollte man Stil beweisen und nicht nur im Schlabberlook herumlaufen", sagt er. "Ich halte es da mit Karl Lagerfeld, der den legendären Spruch geprägt hat: Wer Jogginghosen auf der Straße trägt, hat die Kontrolle über sein Leben längst verloren."

Das sind die Trends 2021

Doch ungeachtet Lagerfelds Einwände sind Jogginghosen im Zuge des Athleisure-Trends (und der Krise) aus unserem Leben nicht mehr wegzudenken und unterliegen mittlerweile selbst der Mode: Aktuell sind helle Modelle in, die Ton in Ton mit passenden Oberteilen getragen werden.

Für Trendanalyst Carl Tillessen vom Deutschen Mode-Institut in Köln ist die Jogginghose gar eine der größten Trends der Pandemie-Jahre und werde uns noch lange erhalten bleiben. "Wir haben monatelang die pflegeleichteste und bequemste Kleidung, die es auf dem Markt gibt, getragen", sagt Tillessen, "das werden wir wohl so schnell nicht wieder aufgeben."

Wer hat's erfunden? Die Geschichte der Jogginghose

Der Internationale Tag der Jogginghose ist eine österreichische Erfindung: Angefangen hat es 2009 mit einer Aktion von vier Grazer Schülern, die ihre Mitschüler überredeten, am 21. Jänner in Jogginghosen zur Schule zu kommen. Ein voller Erfolg.

Da dieser Tag im nächsten Jahr in die Ferien fiel, beschlossen die vier, den Tag als „Internationalen Jogginghosentag“ auf Facebook weiterzuführen.

Schon 2010 posteten 130.000 Teilnehmer Fotos von sich im Schlabberlook. Inzwischen feiern weltweit hunderttausende Menschen mit.

Die Jogginghose selbst gibt es bereits seit fast 100 Jahren. Sie wurde in den 1920er-Jahren von dem Franzosen Emile Camuset entworfen, dem Gründer der noch heute bekannten Marke „Le Coq Sportif“.

Die ersten Trainingshosen waren allerdings nicht für die Bequemlichkeit im Alltag gedacht, sondern für Hochleistungssportler und Athleten.

Grund dafür: In dem flexiblen Jersey-Stoff konnten diese sich deutlich besser bewegen. Das erklärt auch den Namen „Jogging“-Hose.

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Valerie Hader

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