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Motornachrichten

Zoe, Spring: Die Sicherheit an die Wand gefahren

15. Dezember 2021 00:04 Uhr

Zoe, Spring: Die Sicherheit an die Wand gefahren
Der Renault Zoe erhielt keinen Stern beim aktuellen Crashtest. Das schlechte Ergebnis basiert auch auf den fehlenden Assistenzsystemen im Franzosen.

Die beiden E-Modelle fuhren keinen bzw. einen Stern beim ÖAMTC-Crashtest ein – "Das ist nicht zeitgemäß!"

Bei den ÖAMTC-Crashtests schnitten die Probanden in jüngster Zeit alle durchwegs gut ab. Für sieben der elf Pkw im aktuellen Test gilt dies ebenfalls: BMW iX, die Genesis-Modelle G70 und GV70, Mercedes-EQ EQS, Nissan Qashqai, Skoda Fabia und VW Caddy schaffen fünf Sterne, Fiat 500e und MG Marvel R immerhin noch vier. Max Lang, ÖAMTC-Experte für Fahrzeugsicherheit, erklärt: "Diese mit fünf Sternen bewerteten Autos verfügen über hohe Sicherheitsstandards für Erwachsene und Kinder, weiters sind sie mit umfangreichen Fahrerassistenzsystemen ausgestattet. Verbesserungsmöglichkeiten gibt es vor allem beim Schutz vulnerabler Verkehrsteilnehmer." Letzteres sowie Schwächen in der Kindersicherheit kosten den MG Marvel R den fünften Stern, beim Fiat 500e ist es neben dem Fußgängerschutz vor allem die Sicherheit für erwachsene Insassen, die zu wünschen übrig lässt.

Strengere Regeln

Am anderen Ende der Bewertungsskala stehen Dacia Spring (ein Stern) und Renault Zoe (null Sterne). Zugelassen zum Verkehr sind übrigens beide Fahrzeuge, sie erfüllen die dafür notwendigen rechtlichen Voraussetzungen. Die Crashtests nach EuroNCAP sind allerdings deutlich strenger und haben einen anderen Fokus als die Verfahren zur Typengenehmigung. "Die schwache Gesamtwertung hat bei beiden Modellen auch nichts damit zu tun, dass es sich dabei um Elektroautos handelt. Unsere Crashtests haben ja immer wieder gezeigt, dass sich E-Fahrzeuge in Sicherheitsbelangen in der Regel nicht zu verstecken brauchen", stellt Lang klar. Die Crash-Ergebnisse des Dacia Spring sind in allen Kategorien wie Erwachsenen- und Kindersicherheit, Schutz vulnerabler Verkehrsteilnehmer und Ausstattung mit Assistenzsystemen auf unterdurchschnittlichem Niveau. "Potenziell drohen erwachsenen Insassen in mehreren Szenarien schwerste Verletzungen: Beim Frontalcrash gegen ein anderes Fahrzeug oder einem Seitenaufprall kann es auf dem Platz hinter dem Steuer sehr gefährlich werden", sagt Lang.

Die Werte des Zoe entsprechen in puncto Erwachsenen-, Kindersicherheit und Schutz von Fußgängern und Radfahrenden in etwa denen des Dacia Spring. Im Detail gibt es Unterschiede – so läuft man als Fahrer des ZOE speziell beim seitlichen Aufprall Gefahr, lebensgefährliche Kopfverletzungen zu erleiden, während die Ergebnisse des Frontalcrashs etwas besser ausfallen. Gemeinsam ist beiden die große Wahrscheinlichkeit von schwersten Verletzungen der Halswirbelsäule, wenn ein anderes Auto von hinten auffährt.

Der Unterschied zwischen einem Stern und null Sternen liegt in der Ausstattung mit Assistenzsystemen. Der Dacia Spring ist serienmäßig zumindest mit einem automatischen Notbremssystem ausgestattet. Renault verzichtet beim Zoe im Gegensatz dazu komplett auf Assistenten, die über den vorgeschriebenen Seatbelt-Reminder und einen Speed-Limiter hinausgehen. "Das ist nicht zeitgemäß", sagt Max Lang.

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