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"Wennst a Weh brauchst, ruaf mi ån"

Von Christoph Zöpfl 26. August 2019 00:04 Uhr

"Wennst a Weh brauchst, ruaf mi ån"
Der geräumige Japaner ist wendiger und agiler, als man glauben möchte.

Wer die Kombi-Variante des Nissan NV 300 fährt, könnte schnell viele "Follower" haben.

Der Trend zum Online-Shopping beschert unserem Straßenbild immer mehr Kleintransporter, die die bestellten Waren möglichst flott vom Mausklick zur Haustürklingel bringen. Auch der Nissan NV 300 ist ein guter Typ für so einen Job. Im OÖN-Test waren wir allerdings mit der Kombi-Variante unterwegs, der keine Internet-Schnäppchen, sondern bis zu acht Menschen befördert.

Erste Selbsterfahrung: Wenn du so ein Auto hast, bekommst du schnell viele "Follower", die da gerne einsteigen und mitfahren. Ich spielte während der Testfahrten bereitwillig den Chauffeur bei Gruppenreisen ins kleine, feine (Programm-)Kino Lambach, zum spielfreudigen Phönix-Theater in Linz oder zum stimmungsvollen Open-Air auf dem Königsplatz in München. Ab und zu summte ich unterwegs den Austro-Pop-Schlager "Wennst a Weh brauchst, ruaf mi ån" – ein "Weh" ist zu Deutsch ein nützlicher Idiot –, aber das hat keiner meiner Fahrgäste gehört. Sie haben hinter meinem Rücken unterwegs entweder getratscht oder geschlafen.

Design: Der Nissan NV 300 ist ein Nutzfahrzeug und schaut auch so aus. Da geht es eher um ein ideales Fassungsvermögen und weniger um eine optische Ideallinie. Die Front mit den markanten Scheinwerfern ist trotzdem gefällig, auch die Kontur an der Seite geht als Behübschung durch. Mehr braucht es nicht bei diesem Auto, das es in verschiedenen Konfigurationen (Doppelkabine, Lieferwagen, Basis für individuelle Aufbauten/Wohnmobil) gibt.

"Wennst a Weh brauchst, ruaf mi ån"
Funktion ist wichtiger als Form: Dem Nissan NV 300 ist anzusehen, dass er nicht für den zeitgeistigen Laufsteg gebaut wurde, dafür ist er ganz schön praktisch.

Innenraum: Die Test-Version hatte einen getrennten Fahrer- und Beifahrersitz. Die weiteren (bis zu sechs) Passagiere verteilen sich auf zwei Rückbänke. Die zweite lässt sich mit wenigen Handgriffen umklappen, der Stauraum ist aber zu klein, um zwei komplette Fahrräder zu transportieren. Richtig groß wird die Ladefläche nur, wenn man beide Bänke ausbaut, was etwas mehr Bastelei ist. Im Testauto war relativ viel Komfort an Bord (Sitzheizung vorne, Armlehnen auf jedem Platz). Der Touchscreen in der Mitte war leicht bedienbar, auch der Sound war sehr gut – kein Wunder, bei diesem Resonanzkörper.

"Wennst a Weh brauchst, ruaf mi ån"
Im aufgeräumten Cockpit hat der „Busfahrer“ alles gut im Griff.

Fahrwerk: Für ein Auto in diesem Format ist der NV 300 erstaunlich agil, ohne dass das Fahrwerk an seine Grenzen stößt. Auf der Langstrecke gibt es hohen Fahrkomfort, selbst Passagiere mit lädierten Bandscheiben verließen den Nissan nach der Fahrt stets als aufrechte Menschen. Wobei der Ausstieg aufgrund der Höhe gar nicht so einfach ist. Apropos Höhe: Den täglichen Schweißausbruch gab es in der Tiefgarage, die eine Fahrzeughöhe von 2,05 Meter erlaubt. Der NV 300 war 1,97 Meter hoch. Da fällt einem fast der Himmel auf den Kopf.

Motor: Der 120 PS starke Diesel erwies sich als idealer Tempomacher. Er entwickelte (überraschend laufruhig) genügend Schub und schluckte gleichzeitig knapp acht Liter pro 100 Kilometer. Bei Vollbesetzung macht das einen Liter Diesel pro Mitfahrer und 100 Kilometer, simpel gerechnet ist damit eine Reise von Wels nach München und zurück (ca. 500 Kilometer) um rund sieben Euro pro Person machbar (wenn andere Betriebskosten außer dem Treibstoff nicht einkalkuliert werden).

Fazit: Mit dem NV 300 hat Nissan ein sehr gutes Preis-Leistungs-Paket geschnürt. Egal ob als Packesel oder komfortabler "Autobus", er spielt jede Rolle überzeugend.

Artikel von

Christoph Zöpfl

Leiter Sportredaktion

Christoph Zöpfl
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